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Burkina Faso: 29 Tote bei Terrorangriff

Ouagadougou/Paris Burkina Faso: 29 Tote bei Terrorangriff

Islamisten stürmten Hotels — Militär beendete Geiselnahme — Zwei Australier entführt.

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Soldaten der Armee Burkina Fasos vor der Erstürmung des von Islamisten überfallenden Hotels „Splendid“ in der Hauptstadt Ouagadougou.

Quelle: Ahmed Yempabou/dpa

Ouagadougou. Bei einem Dschihadisten-Angriff und einer stundenlangen Geiselnahme in einem Luxushotel und Restaurant in Burkina Fasos Hauptstadt Ouagadougou sind mindestens 29 Menschen getötet worden. Unter den Todesopfern seien 18 Ausländer, teilten Sicherheitskreise nach der Erstürmung durch das Militär gestern mit. Zu der Attacke bekannte sich die Extremistengruppe Al-Kaida im Islamischen Maghreb (Aqmi).

Die „sehr jungen“ Attentäter waren am Freitagabend in das vor allem von Ausländern gebuchte Hotel „Splendid“ und das nahe gelegene Restaurant „Cappuccino“ gestürmt. Sie nahmen mehr als hundert Menschen als Geiseln. Gestern Morgen wurden Hotel und Restaurant von Sicherheitskreisen gestürmt. In dem Hotel brach ein Feuer aus. Erst am späten Vormittag war die Erstürmung beendet. Dabei wurden nach Angaben aus Sicherheitskreisen auch vier der Angreifer, darunter zwei Frauen, getötet. Nach Angaben von Innenminister Simon Compaoré wurden im Laufe der Nacht 176 Menschen aus der Gewalt der Dschihadisten befreit, 33 von ihnen waren verletzt. Unter den Geretteten war Arbeitsminister Clément Sawadogo, der zum Zeitpunkt des Angriffs in dem Hotel war. Er blieb unverletzt.

An der Erstürmung waren auch französische Spezialkräfte beteiligt, wie der Elysée-Palast in Paris mitteilte. Präsident François Hollande verurteilte den „feigen“ Anschlag und sicherte seinem burkinischen Kollegen Roch Marc Christian Kaboré volle Unterstützung zu.

Das auf die Überwachung islamistischer Internetseiten spezialisierte US-Unternehmen Site berichtete, Aqmi habe sich im Internet zu dem Angriff bekannt. Dieser sei von der Untergruppe Al-Mourabitoun um den Dschihadisten-Anführer Mokhtar Belmokhtar ausgeführt worden. Ein Reporter beobachtete zu Beginn der Attacke drei bewaffnete Männer mit Turbanen. Laut Innenminister Compaoré handelte es sich um einen Araber und zwei Schwarzafrikaner.

Noch am frühen Morgen wurde im „Cappucino“ gegenüber des Hotels gekämpft. Auf der Terrasse hätten Rettungskräfte „ein Dutzend Leichen“ gesehen, sagte Compaoré. Ein Hotelangestellter, der durch ein zerborstenes Fenster fliehen konnte, berichtete der Nachrichtenagentur AFP: „Es war schrecklich, die Leute lagen auf dem Boden, überall war Blut. Wir hörten die Angreifer, sie schossen auf diejenigen, die noch nicht tot waren.“

Gestern vermeldete das Innenministerium zudem die Entführung von zwei Australiern im Norden des Landes. Der Arzt und seine Frau seien am Freitag in Baraboulé an der Grenze zu Mali entführt worden. Im vergangenen April war ein Rumäne aus seinem Manganbergwerk im Norden Burkina Fasos verschleppt worden. Zu der Entführung hatte sich damals ebenfalls die Gruppe Al-Mourabitoun bekannte.

Im Gegensatz zu den Nachbarstaaten Mali und Niger hatte es in Burkina Faso zuvor keine Entführungen westlicher Bürger gegeben. Das Auswärtige Amt in Berlin warnt vor allerdings Reisen in die nördlichen Region Burkina Fasos.

Terror in Nordafrika
Die Terrorgruppe Al-Kaida im Islamischen Maghreb (Aqmi) versucht, nordafrikanische Staaten wie Tunesien, Mali, Mauretanien, Algerien und Burkina Faso durch Anschläge und Entführungen zu destabilisieren. Sie wird von dem Algerier Abdelmalek Droukdal geführt. 2006 schwor die 1998 gegründete Gruppe der Al-Kaida die Treue. Sie hat mehrfach Touristen entführt und ermordet.
Burkina Faso ist eines der ärmsten Länder der Welt. Die knapp 19 Millionen Einwohner des westafrikanischen Binnenlandes am Rand der Sahel-Zone leben meist von der Landwirtschaft. Vorherrschende Religion ist der Islam; es gibt eine starke christliche Minderheit. Das Land wird demokratisch regiert.

LN

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