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Politik im Rest der Welt Bush-Trauerfeier: Hillary Clinton würdigt Trump keines Blickes
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18:42 05.12.2018
Donald Trump (ganz links) und Hillary Clinton (ganz rechts) können sich nicht leiden. Quelle: AP
Washington

Die Familie von Ex-Präsident George H. W. Bush und zahlreiche Würdenträger haben dem Verstorbenen in einer berührenden Trauerfeier ihren Respekt gezollt. Bushs Biograf Jon Meacham, Kanadas Ex-Premierminister Brian Mulroney und der republikanische Ex-Senator Alan Simpson erinnerten in Reden an den Republikaner, die gespickt waren mit persönlichen Anekdoten und witzigen Begebenheiten. Neben US-Präsident Donald Trump und First Lady Melania nahmen auch alle lebenden Ex-Präsidenten sowie die deutsche Kanzlerin Angela Merkel an der Zeremonie teil.

In Washington haben am Mittwoch zahlreiche Prominente Abschied genommen vom ehemaligen US-Präsidenten George H. W. Bush.

Bush war am Freitag im Alter von 94 Jahren in seinem Haus in Houston (Texas) gestorben. Er war der 41. Präsident der Vereinigten Staaten und regierte von 1989 bis 1993.

Demonstration nationaler Einheit

Die mehrtägige Abschiednahme von dem Republikaner hatte damit begonnen, dass Trump eine Präsidentenmaschine nach Texas schickte, um die Leiche des Verstorbenen nach Washington zu holen. Der Sarg wurde anschließend im Kapitol in Washington aufgebahrt, wo sich etliche Menschen von dem Ex-Präsidenten verabschiedeten. Als die Wagenkolonne mit dem Sarg am Mittwochvormittag (Ortszeit) vom Kapitol zu der Kathedrale aufbrach, hatten sich in den umliegenden Straßen viele Schaulustige versammelt. Manche von ihnen weinten.

Die Trauerfeier wirkte wie eine große Demonstration nationaler Einheit - was in den USA angesichts des oft vergifteten Klimas zwischen beiden politischen Lagern selten geworden ist. Immer wieder wurde während der Reden gelacht. Etwa als der Ex-Senator Simpson erklärte, der Verstorbene habe eine große Schwachstelle gehabt, weil er gute Witze zwar geliebt habe, sich aber nie an die Pointe habe erinnern können.

Donald und Melania Trump in der ersten Reihe

In der ersten Reihe saßen Präsident Donald Trump und First Lady Melania neben den demokratischen Ex-Präsidenten Barack Obama, Bill Clinton und Jimmy Carter mit ihren Frauen.

Auf einem Video der englischen Zeitung „The Sun“ war zu sehen, wie Hillary Clinton Donald Trump keines Blockes würdigte. Die beiden hatte sich teils heftig attackiert während des Wahlkampfs zum Amt des Präsidenten.

Die Bushs haben eigentlich ein schwieriges Verhältnis zu Trump. Jeb Bush, der zweitälteste Sohn des Verstorbenen, hatte sich 2016 um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner beworben und sich dabei immer wieder Auseinandersetzungen mit Trump geliefert, der ihn oft verspottete.

George H. W. Bush hatte sich aber trotzdem dafür ausgesprochen, dass Trump an seiner Trauerfeier teilnimmt, weil es ihm laut US-Medienberichten aus Respekt vor dem Amt wichtig war. Trump hatte den Mittwoch zum nationalen Trauertag erklärt.

Merkel sitzt vor Prinz Charles

Merkel saß bei der Trauerfeier vor Prinz Charles. Die Kanzlerin war nach den Worten von Regierungssprecher Steffen Seibert zu der Feier gereist, um dem amerikanischen Volk die deutsche Anteilnahme am Tod dieses Präsidenten auszudrücken. Bush hatte sich nach dem Fall der Berliner Mauer als einer der ganz wenigen westlichen Staatschefs offen hinter die deutsche Einheit gestellt. Aus seiner Amtszeit ist auch der Krieg zur Befreiung Kuwaits in Erinnerung.

An beide Ereignisse erinnerte Bushs Biograf Jon Meacham in seiner Rede, als er erklärte: „Unter seiner Aufsicht fiel eine Mauer in Berlin und die Aggression eines Diktators hielt nicht stand“. Auch Kanadas Ex-Premierminister Brian Mulroney würdigte Bushs Verdienste zur deutschen Einheit.

Nach der Trauerfeier sollte der Leichnam des Republikaners zurück nach Texas gebracht werden. Dort wird er am Donnerstag in College Station auf dem Campus der A&M-Universität beigesetzt, die seine Bibliothek und sein Museum beherbergt. Bush wird neben seiner Frau Barbara und seiner Tochter Robin beerdigt. Barbara Bush war erst im April dieses Jahres verstorben. Das Ehepaar war 73 Jahre lang verheiratet. Sie hatten sechs Kinder. Robin war 1953 im Alter von drei Jahren an Leukämie gestorben.

Von RND/dpa