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Politik im Rest der Welt Clinton spürt Sanders‘ Atem im Nacken
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22:15 06.02.2016
Versöhnliche Geste: Hillary Clinton und Bernie Sanders Quelle: AFP

. Hillary Clinton gilt als politisch fast feuerfest. Sie hat ihren Bill 1992 rausgepaukt, als ihn Seitensprung-Storys fast die Präsidentschaft kosteten. Sie hielt 1998 zu ihm, als die Lewinsky-Affäre für Hysterie sorgte. Sie überstand Vorwürfe wegen anrüchiger Immobiliengeschäfte im Whitewater-Skandal. Sie baute sich eine eigene Karriere als Senatorin auf, erholte sich von der Vorwahl-Pleite 2008 gegen Barack Obama, parierte die meisten Attacken wegen ihrer E-Mail- Affäre, in der ihr vorgeworfen wird, private und dienstliche Mails vermengt zu haben.

Doch an diesem Abend wenige Tage vor der zweiten Vorwahl in New Hampshire droht sie bei der TV-Debatte in Durham kurz die Fassung zu verlieren. „Genug ist genug. Wenn Du etwas zu sagen hast, sag es“, faucht die 68-Jährige ihren Konkurrenten an. „Es ist an der Zeit, die sehr hinterlistige Verleumdung zu beenden, die Du und Deine Kampagne betreiben.“

Der Mann, der Hillary im eigentlich als Formsache geltenden Vorwahlkampf der Demokraten so auf die Palme bringt, ist eher eine Unperson in der US-Politik: Bernie Sanders, 74, oft linkisch und mit seinen zerzausten weißen Haaren alles andere als der klassische Politik-Posterboy, kam in Iowa nur hauchdünn hinter Clinton ins Ziel.

Sie habe niemals eine Meinung bei einer Abstimmung geändert, nur weil sie eine Spende erhalten habe, sagt Clinton in der letzten Debatte vor der wichtigen Vorwahl. Sanders mobilisiert die Generation „Occupy Wall Street“, fordert mehr Sozialstaat und für die „unteren 99 Prozent“ mehr vom Wachstumskuchen, den die US-Eliten weitgehend unter sich aufteilen. In New Hampshire ist er der Favorit — als Senator amtiert er für den Nachbarstaat Vermont, liegt bei CNN mit 61 Prozent 30 Punkte vor Clinton. Es geht also vor allem um Schadensbegrenzung — und die nächsten wichtigen Vorwahlen in South Carolina und Nevada. mw

LN

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