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DGB-Chef spendet Ehefrau eine Niere

Berlin DGB-Chef spendet Ehefrau eine Niere

Das ist Liebe! DGB-Chef Michael Sommer hat gestern seiner erkrankten Frau eine Niere gespendet. Er folgt damit dem Beispiel des Ehepaars Steinmeier.

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Berlin. Es hat alles gut geklappt: Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Michael Sommer, hat gestern seiner schwer kranken Ehefrau Ulrike Sommer (55), die nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa unter Nierenversagen leidet, eine Niere gespendet. Der Eingriff verlief offensichtlich ohne Komplikationen.

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DGB-Chef Michael Sommer und seine Ehefrau Ulrike.

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Die Transplantation in einem Berliner Krankenhaus dauerte mehrere Stunden. „Alles ist gut gelaufen. Beide haben den Eingriff gut überstanden“, hieß es anschließend aus Sommers DGB-Vorstandsbüro.

Michael Sommer (61) steht seit Mai 2002 an der DGB-Spitze. Nach drei Amtszeiten will er sein Amt auf dem DGB-Bundeskongress im kommenden Jahr niederlegen. Der DGB-Vorsitzende war in den vergangenen Jahren selbst gesundheitlich angeschlagen: Er musste sich zwei schweren Operationen unterziehen, bei denen ihm Teile des Magens und die Galle entfernt wurden.

Seine Ehefrau Ulrike ist eine der wenigen deutschen Autorinnen von Politthrillern („Wer dreimal lügt“). Sie spielen vor allem im Berliner Politikmilieu. Zudem ist sie in der Berliner SPD aktiv.

Das Schicksal des Ehepaares Sommer weist Parallelen zu einem anderen prominenten Fall auf: Am Morgen des 23. August 2010 hatte sich SPD-Bundestagsfraktionschef Frank-Walter Steinmeier überraschend vom Berliner Politikbetrieb verabschiedet. Noch am selben Tag hatte er mit seiner Frau Elke Büdenbender die Berliner Charité aufgesucht. Ihr Nierenleiden war so akut geworden, dass nur noch Dialyse oder Transplantation ihr helfen konnten.

Weil die Wartezeit für Spenderorgane mehrere Jahre beträgt und er seiner geliebten Frau die beschwerliche Blutwäsche ersparen wollte, hatte Steinmeier seine Eignung als Spender prüfen lassen. Nach dem grünen Licht durch die Ärzte wurden beide am 24. August operiert. Die Transplantation hatte damals für große Schlagzeilen gesorgt.

Zwei Monate lange zog sich der SPD-Politiker anschließend komplett aus der Öffentlichkeit zurück. Die Transplantation verlief erfolgreich. Im Februar 2011 bummelte das Paar bei der „Berlinale“ wieder Arm in Arm über den roten Teppich und sah sich anschließend den Eröffnungsfilm an. Seiner Frau geht es inzwischen wieder gut.

SPD-Fraktionschef Steinmeier war auch ein vehementer Kämpfer gegen den Mangel an Spenderorganen in Deutschland. Im Mai 2012 zog der Bundestag in einer parteiübergreifenden Initiative nach 15 Jahren Debatte Konsequenzen und brachte eine Neuregelung auf den Weg. Seither gilt in Deutschland statt der Zustimmungslösung die sogenannte Entscheidungslösung, die die Krankenkassen verpflichtet, ihre Versicherten regelmäßig alle zwei Jahre zu einer Entscheidung zur Organspende aufzufordern. Die Abgabe einer Erklärung bleibt jedoch freiwillig. Steinmeiers Fazit: „Es ist ein Ja zu Mitmenschlichkeit und Solidarität.“

Nierenspenden in Deutschland
Spendernieren sind äußerst begehrt — Patienten müssen fünf bis sechs Jahre auf ein solches Organ warten. Dabei ist — wie bei jeder anderen Organspende auch — zwischen Lebend- und „postmortaler“ Spende zu unterscheiden. Im ersten Fall wird einem freiwilligen Spender eine Niere entnommen, im zweiten Fall einem Verstorbenen — allerdings auch nur mit dessen Einverständnis zu Lebzeiten.

766 Lebend-Nierenspenden gab es laut Eurotransplant im vergangenen Jahr in Deutschland. Ein Jahr davor waren es noch 795. Frauen spenden dabei zwischen zwei und acht mal häufiger als Männer.

2586 Nieren wurden im Jahr 2012 hierzulande insgesamt verpflanzt, 2011 waren es noch 2850. Die Spenden-Zahl in Deutschland ist seit Bekanntwerden von Tricksereien bei der Organvergabe rückläufig. Der prominenteste Nierenspender war vor drei Jahren SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier.


Drei Menschen sterben im Schnitt jeden Tag in Deutschland, weil sie kein Spenderorgan erhalten.

Das Leben ist spannend und toll. Es lohnt sich, dafür zu kämpfen.“ Frank-Walter Steinmeier im Bundestag in einer Rede zur Organspende.

LN

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