Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 5 ° Regenschauer

Navigation:
Das Duell um Amerika

Indianapolis Das Duell um Amerika

Nachdem seine letzten beiden Rivalen aufgegeben haben, ist Donald Trump die Präsidentschaftskandidatur bei den Republikanern so gut wie sicher — Er trifft bei den Wahlen vermutlich auf Polit-Veteranin Hillary Clinton.

Voriger Artikel
Dritte Festnahme nach Anschlag auf Sikh-Gebetshaus in Essen
Nächster Artikel
Kasich bestätigt: Wahlkampf zu Ende

Zurück ins Weiße Haus? Hillary Clinton kennt den Präsidentensitz seit ihrer Zeit als First Lady der USA in der Amtszeit ihres Mannes Bill Clinton von 1993 bis 2001.

Quelle: Fotos: Afp/dpa

Indianapolis. . In Indiana beschäftigen sich die Menschen in dieser Zeit des Jahres normalerweise hauptsächlich mit zwei Dingen: dem Wetterbericht, der im Frühjahr häufig Tornados ankündigt, und dem weltberühmten Autorennen, den 500 Meilen von Indianapolis. Doch 2016 ist alles anders: Der Bundesstaat im Mittleren Westen hat am Dienstag politische Geschichte geschrieben.

LN-Bild

Nachdem seine letzten beiden Rivalen aufgegeben haben, ist Donald Trump die Präsidentschaftskandidatur bei den Republikanern so gut wie sicher — Er trifft bei den Wahlen vermutlich auf Polit-Veteranin Hillary Clinton.

Zur Bildergalerie

Denn nicht nur Ted Cruz hat im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner nach einer vernichtenden Niederlage in Indiana aufgegeben — der erzkonservative und extrem bibelfromme Texaner war die letzte Bastion des republikanischen Parteiestablishments gegen den schier unaufhaltsamen Quereinsteiger Donald Trump. Auch der ohnehin hoffnungslos zurückliegende John Kasich warf gestern das Handtuch. Damit hat der 69-jährige Baulöwe Trump und nach eigener Aussage Multimilliardär alle einst 16 Mitbewerber in einem beispiellosen Siegeszug beiseite gefegt.

Trump hatte die Parteirivalen im Wahlkampf zuletzt mit Häme überschüttet. Gleichwohl kündigte er nun an, dass er die Republikanische Partei versöhnen wolle. Cruz, den er monatelang als „Lügner“

beschimpft hatte, lobte er für seinen Wahlkampf und sagte ihm eine „großartige Zukunft“ voraus.

Die „Grand Old Party“ hat somit kaum noch eine Option, den auch bei vielen ihrer altgedienten Funktionäre ungeliebten Verbalradikalen Trump noch zu verhindern. Auch bei republikanisch gestimmten Beobachtern in Denkfabriken und Medien macht sich deshalb Beklemmung breit: „Ich sehe einer 160 Jahre alten Partei dabei zu, wie sie Selbstmord begeht“, kommentierte etwa Henry Olsen, Wahlbeobachter des konservativen Thinktanks Ethics and Public Policy Center, die Lage.

Doch Trump sieht sich an der Spitze einer „unglaublichen Bewegung“, wie er selbst in einer ungewöhnlich sanften Siegesrede sagte. Und seine Anhänger glauben ihm, versteigen sich zu geradezu irrwitzigen Folgerungen. „Er wird mehr Frieden für die Welt bringen“, jubelte Julie Davies (58) aus Carmel bei Indianapolis. „Wenn wir stärker werden, wird auch der Rest der Welt stärker.“ Selbst in Indiana drang dieses Gefühl durch, obwohl der Staat, in dem viele Bauern, gläubige Christen, Sozialkonservative leben, eigentlich Cruz-Land sein sollte — auch dort setzte aber eine klare Mehrheit auf den großspurigen Laut-Sprecher aus dem eigentlich verachteten Sündenbabel New York, der Amerika wieder „great“ machen will.

Der große Polarisierer, der nun die GOP hinter sich vereinen muss — und bisher noch keine Unterstützung von Cruz oder anderen unterlegenen Bewerbern erhalten hat — dürfte seine rhetorischen Breitseiten künftig auf seine mutmaßliche demokratische Gegnerin bei der Präsidentschaftswahl im November richten. Denn bei den Demokraten hat Hillary Clinton bei der Zahl der Delegierten immer noch die Nase klar vorn, obwohl sie mit Indiana einen weiteren Staat an ihren hartnäckigen Widersacher Bernie Sanders verlor.

Auch der 74-jährige selbsterklärte „Sozialist“, der allerdings im wesentlichen mit klassischen sozialdemokratischen Positionen vor allem beim großstädtischen und studentischen Jungvolk punktet, will sich noch nicht geschlagen geben. Er will in den noch ausstehenden Vorwahlen und vor allem im wichtigen und bevölkerungsreichen Kalifornien so viele Delegierte wie möglich für den demokratischen Wahlkonvent sammeln — und zudem noch die „Superdelegierten“ umstimmen, die ohne Wahl vom Parteiestablishment entsandt werden und auf Clinton verpflichtet werden sollen. Sie könnten aber auch noch umschwenken — wie es viele 2008 für Barack Obama taten. Als sehr wahrscheinlich gilt dies derzeit aber nicht.

Auch, weil Clintons Wahlchancen aktuellen Umfragen zufolge als sehr gut gelten: Sie müsse nur die 19 Bundesstaaten gewinnen, die die Demokraten in allen sechs vorherigen Wahlen holte, plus den „Swingstate“ Florida, wo sie derzeit ebenfalls klar vor Trump führt, rechnete die „Washington Post“ hoch. Dort leben viele Latinos und Schwarze, die eher Demokraten wählen — und angesichts von Trumps bisherigen Ausfällen gegen diese Wählergruppe kaum ins Republikaner-Lager wechseln dürften. Trump aber lebt von der Aura, auch gegen alle Wahrscheinlichkeiten siegen zu können: Es dürfte eine epische und eklige Wahlschlacht werden, die den USA in den kommenden Monaten blüht.

Ted Cruz und John Kasich — die letzten Konkurrenten sind aus dem Spiel

Ted Cruz , der markige Senator von Texas, wurde in Kanada als Sohn eines Kubaners und einer US-Amerikanerin mit irisch-italienischen Wurzeln geboren. Ganz im Sinne der rechtskonservativen Tea-Party-Bewegung berief sich Ted Cruz strikt auf Gott. Ein Mann, der sein Tagwerk nicht auf den Knien beginne, sei des Oval Office nicht würdig, sagte er. Eine Regierung sei nur dazu da, Gottes Gesetze und seinen Willen umzusetzen. Abtreibung lehnte er genauso strikt ab wie strengere Waffengesetze.

Als Präsidentschaftskandidat wollte Cruz das politische Establishment aufmischen — damit schwamm er auf der gleichen Welle wie Trump. Doch inhaltlich noch deutlich radikaler als der, noch patriotischer und konservativer, machte er Stimmung für die Waffenlobby und für die Abschaffung staatlicher Leistungen. Er galt als der Liebling der Erzkonservativen, der evangelikalen Christen und der Gegner des Partei-Establishments der US-Republikaner. Da Cruz erst 45 ist, scheint ein späterer Anlauf auf das Weiße Haus nicht ausgeschlossen.

John Kasich, beliebter Gouverneur des US-Bundesstaats Ohio, war im einst 17 Köpfe starken Bewerberfeld der Republikaner einer der erfahrensten Politiker. Der 63-Jährige, der als sehr konservativ gilt, kam jung in den Senat von Ohio, war dann dort Abgeordneter und schließlich in dieser Funktion auch in Washington.

Jahre lang saß Kasich im Kongress in Washington. Dort machte er sich als Vorsitzender des Haushaltsausschusses einen Namen, etwa als er gemeinsam mit dem damaligen Präsidenten Bill Clinton einen Plan zum Abbau des Haushaltsdefizits auf den Weg brachte.

Im Wahlkampf 2016 versuchte Kasich mehr und mehr, sich als nüchterne und rationale Stimme der Vernunft und als Mann der Mitte zu präsentieren und vielleicht am Ende bei einer Kampfabstimmung als Kompromisskandidat durchzukommen. Kasich weigerte sich, in den Chor derjenigen Republikaner einzustimmen, die die USA im achten Jahr der Präsidentschaft Barack Obamas dem Untergang geweiht sehen.

LN

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Politik im Rest der Welt
Reporter vor Ort

In einer fortlaufenden Galerie zeigen wir Ihnen jeden Tag die wichtigsten Bilder aus Lübeck und den umliegenden Kreisen. Klicken Sie hier, um die Galerie für den November 2017 zu sehen!

Sollte die Direktwahl von Bürgermeistern abgeschafft werden?

  • Hochzeitszauber
    Tipps und Tricks zum Planen und Organisieren Ihrer Hochzeit. Ob Location, Dekoration, Trauringe, Flitterwochen, Catering - hier finden Sie Informationen und kompetente Ansprechpartner in und um Lübeck für Ihre Traumhochzeit.

    Tipps und Tricks zum Planen und Organisieren Ihrer Hochzeit. Ob Location, Dekoration, Trauringe, Flitterwochen, Catering - hier finden Sie Informat... mehr

  • Reisetipps
    In unserem Reiseportal finden Sie viele Tipps & Tricks für Reisende und Urlauber.

    In unserem Reiseportal finden Sie viele Tipps & Tricks für Reisende und Urlauber. mehr

  • Events & Veranstaltungen
    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe.

    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe. mehr

  • Lifestyle

    Unser Lifestyle-Portal mit nützlichen News und Tipps: Informieren Sie sich über Mode, Beauty und aktuelle Trends. Mehr Schwung, mehr Spaß... mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Kommentar

Bissig, polemisch, kontrovers: Kommentare aus den LN.

TV-Vorschau

Unsere Kolumne zeigt, wo sich das Einschalten lohnt.

Sonntagsreden

Von Börse bis Fußballplatz - Blogs unserer "Edelfedern".

Kreuzwort

Auch online wartet täglich ein neues Rätsel auf Sie. Jetzt rätseln!

Sudoku

Bleiben Sie geistig aktiv – mit japanischem Gehirnjogging.

24. Juli 2017 - Alev Doğan in Allgemein

Es gibt eine Wahrheit, vor der auch ich mich schon lange drücke. Eine, die auszusprechen weh tut: Um die Türkei steht es im Moment nicht gut. Ach was, um die Türkei steht es im Moment miserabel.

mehr