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22:14 10.06.2017
Rette sich, wer kann: Menschen klettern aus dem Parlamentsgebäude in Teheran auf der Flucht vor mutmaßlichen IS-Killern. Quelle: Foto: Omid Vahabzadeh/dpa

Terrormiliz Islamischer Staat (IS)

Terrormiliz Islamischer Staat (IS) Offiziell haben sich alle wichtigen Staaten den Kampf gegen die Dschihadisten auf die Fahnen geschrieben.

Offiziell haben sich alle wichtigen Staaten den Kampf gegen die Dschihadisten auf die Fahnen geschrieben. So ist auch Katar Mitglied der US-geführten Anti-IS-Koalition. Doch dem Emirat wird in Medienberichten immer wieder vorgeworfen, die Extremisten zu unterstützen. Im Syrien-Krieg gilt es als offenes Geheimnis, dass aus Katar Geld an die radikalsten Gegner von Präsident Baschar al-Assad fließt – es soll vor allem von Privatleuten kommen.

Durchaus vergleichbar ist die Situation in Saudi-Arabien. Riad gibt sich im Terrorkampf entschlossen, König Salman eröffnete vor kurzem mit US-Präsident Donald Trump ein Anti-Radikalisierungszentrum im Königreich. Doch der Ölmonarchie wird ebenfalls immer wieder vorgeworfen, dass saudisches Geld an dschihadistische Gruppen – auch an den IS – fließt.

Zudem verweisen Kritiker darauf, dass sich die extremistische Ideologie des IS aus dem Wahhabismus speist, der streng-konservativen Lesart des Islams, die im autoritär regierten Saudi-Arabien vorherrscht.

Al-Kaida 

Ähnlich wie beim IS verhält es sich mit dem Terrornetzwerk, das im Nahen Osten – so zum Beispiel im Jemen – nach wie vor stark ist. Sowohl Saudi-A rabien als auch Katar wird vorgeworfen, sie würden zu wenig gegen die Terrorfinanzierung Al-Kaidas durch private Gönner tun. In Syrien kämpft ein Ableger der Organisation, die Gruppe Tahrir al-Scham. Sie war noch vor einigen Monaten unter dem Namen Al-Nusra-Front bekannt.

Ahrar al-Scham

Die islamistischen „Freien Männer Syriens“ gehören zu den stärksten Milizen im Nordwestens Syriens. Saudi-Arabien und die Türkei fördern Analysten zufolge die Miliz. Kritiker werfen der angeblich von Al-Kaida-Veteranen gegründeten Gruppe eine große Nähe zu dem Terrornetzwerk vor. Ahrar al-Scham ist aber auf Seite der syrischen Rebellen offiziell Teil verschiedener Militärbündnisse.

Hisbollah

Der schiitisch geprägte Iran unterstützt die einflussreiche libanesische Schiitenmiliz. Diese kämpft zusammen mit Teheran und Russland  Seite an Seite in Syrien und unterstützt damit den gemeinsamen Verbündeten, Präsident Baschar al-Assad.

Hamas

Katar galt lange als wichtiger finanzieller Unterstützer der radikal-islamischen Organisation, die seit zehn Jahren allein im Gazastreifen herrscht. Doch jetzt verlassen führende Hamas-Mitglieder ihr Quartier in Katar. Die Hamas bemüht sich um eine erneute Annäherung an den Iran, bis vor einigen Jahren auch ein wichtiger Sponsor. Israel wirft außerdem der Türkei vor, trotz eines Versöhnungsabkommens mit dem jüdischen Staat weiterhin die Hamas zu unterstützen.

Muslimbrüder

An den Islamisten scheiden sich in den islamischen Ländern die Geister. Während Katar und auch die Türkei die Bruderschaft unterstützen oder zumindest enge Kontakte pflegen, wird sie von Saudi-Arabien und vor allem von Ägypten als Terrororganisation eingestuft. Kairo verfolgt die Muslimbrüder – ob moderat oder radikal – seit dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi 2013.

Taliban

Die radikalen Islamisten haben keine regionale oder internationale Agenda – sie kämpfen ausschließlich um ein „islamisches Emirat“ in Afghanistan. Sie haben allerdings Abgesandte in Katars Hauptstadt Doha. Die Doha-Taliban sind der sichtbare, politische Arm der Bewegung, sie erscheinen zu Konferenzen und reisen ins Ausland für diplomatische Kontakte, zum Beispiel in den Iran, nach China oder Russland. Die Taliban sollen von Dschihad-Sponsoren im arabischen Raum viel Geld bekommen. Auch der Saudi Osama bin Laden, Spross einer reichen Baudynastie, begann seine kriegerische Laufbahn in Afghanistan.

Katar-Konflikt: Russland will vermitteln, Merkel nicht

Im Konflikt um Katar, in dem die Golfstaaten rund um Saudi-Arabien und Ägypten die Sanktionen noch einmal verschärften, warnt die Bundesregierung vor den Folgen einer gestörten Machtbalance in der Golfregion. Deutschland habe in dem Konflikt keine Vermittlerrolle, erklärte Merkel während ihres Besuchs in Mexiko-Stadt. Eine politische Lösung werde nicht gelingen, „wenn bestimmte Akteure dort überhaupt nicht mehr ins Gespräch einbezogen werden“. US-Präsident Donald Trump wählte in Washington härtere Worte: „Katar ist leider seit Jahren ein Finanzier von Terrorismus und das auf sehr hohem Niveau.“ Damit müsse Schluss sein.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan sagte Katar weitere Unterstützung zu und forderte zugleich ein Ende der Sanktionen. Russland bot seine Vermittlung an. Die größte Herausforderung sei der Kampf gegen den Terrorismus – deshalb bräuchten die arabischen Staaten Einigkeit, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow.

LN

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