Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 5 ° Regenschauer

Navigation:
Der Jungstar der Republikaner

Washington Der Jungstar der Republikaner

Er denkt kaum anders als Donald Trump. Aber Marco Rubio kommt besser an — startet er in New Hampshire durch?.

Voriger Artikel
BAMF: Bis zu 770 000 offene Asyl-Fälle
Nächster Artikel
Brandanschlag auf linkes Sozialzentrum in Prag

Strahlemann mit Ambitionen: Marco Rubio, hier mit Anhängerinnen in Iowa posierend, will in der zweiten Vorwahl-Runde in New Hampshire seiner Präsidentschafts-Kandidatur näherkommen.

Quelle: Scott Olson/afp

Washington. Zur Folklore von Kandidaten in US-Wahlkämpfen gehört es, gegen „die da oben“ in Washington zu sein, mit dem Establishment aufzuräumen — und doch hinreichend bereits Teil dieses Establishments zu sein, um dessen Unterstützung oder zumindest Duldung auf dem Weg ins Weiße Haus zu ergattern. Donald Trump ist in diesem Sinne ein Anti-Traditionalist — er tönt gern, dass er als Milliardär solche Unterstützung nicht brauche.

Das Ergebnis von Iowa hat mir Hoffnung gemacht, dass es eine Chance für

Marco Rubio gibt.“

Sandy Stowe (68), ehemalige Lehrerin und Fan des smarten Südstaatlers.

Dass der exzentrische Immobilien-Mogul damit bei ihrer Basis auch bei der ersten Vorwahl in Iowa so gut ankam, selbst wenn er nur Zweiter wurde, treibt dem Establishment der US-Republikaner, auch „Grand Old Party“ genannt, Sorgenfalten auf die Stirn.

Denn „The Donald“ wäre für sie kaum noch beherrschbar — dringend gesucht wird daher ein respektabler Gegenkandidat, der konservativ und religiös genug ist, um die frömmelnde und einflussreiche Tea Party mitzunehmen, und trotzdem noch „mittig“ genug wirkt, um gegen die mutmaßliche Demokraten-Kandidatin Hillary Clinton eine Chance zu haben.

Seit der ersten Vorwahl-Runde in Iowa, in der er überraschend gut abschnitt und in Reichweite zu Ted Cruz und Donald Trump mit 23 Prozent auf dem dritten Platz landete, glauben viele GOP-Granden, diesen Kandidaten gefunden zu haben: Marco Rubio, Senator aus Florida, 44 Jahre jung, verheiratet und Vater von vier Kindern, ist eloquent, sieht gut aus in Debatten, versteht etwas von Politik — seit 16 Jahren ist er Berufspolitiker, erst in Florida, seit 2010 als Senator für den „Sunshine State“ in Washington. Er lehnt Abtreibung und Homoehe ab, will die Grenzen schließen, noch mehr Geld fürs US-Militär ausgeben (derzeit 600 Milliarden Dollar im Jahr) und Sozialleistungen kürzen. Das würde ihn trotz katholischer Konfession auch für die Evangelikalen akzeptabel machen, meist Angehörige der „Weißen Angelsächsischen Protestanten“. Als Sohn kubanischer Einwanderer wäre er aber auch interessant für jene 10 Prozent der Wählerschaft, die wie er ibero-amerikanische Wurzeln haben und demographisch auf dem Vormarsch sind — wer sie nicht mehrheitlich von sich überzeugen kann, wird es bei US-Wahlen immer schwerer haben, prophezeien Demoskopen. Weniger als 19 Prozent der US- Bevölkerung sind noch weiße Männer über 35, sagen die Statistiken, und gehören somit dem Stamm- Klientel der Republikaner an. 81 Prozent der Wahlberechtigten sind hingegen weiblich, Farbige oder Junge zwischen 18 und 35 — und somit bislang jedenfalls eher den Demokraten zuneigend.

Bei denen könnte der smarte Rubio trotz seines knochenharten und religiös unterlegten Konservativismus punkten, hoffen die GOP-Strategen, ohne sie dabei beiseite zu schieben, wie es bei Trump zu befürchten wäre. Rubio wirbt denn auch damit, er sei der einzige, der seine Partei einigen und Stimmen bei den Demokraten der rechten Mitte sammeln könnte, so wie es einst Ronald Reagan vermochte.

Auch bei den Demokraten fürchten sie eine Rubio-Kandidatur — beide Kandidaten, Hillary Clinton oder Bernie Sanders, sähen mit fast 70 oder fast 75 im jugendbesessenen Amerika buchstäblich alt aus.

Sorgen bereiten könnte Rubio hingegen die unerlässliche Charakterfrage. Ex-Berater wie Chris Ingram sehen ihn als einen, „der Probleme anzieht“, eine Kreditkartenaffäre machte ihm bereits zu schaffen. Seine Eltern machte er zeitweilig zu politischen Flüchtlingen vor Castro, obwohl sie bereits drei Jahre vor dessen Revolution in die USA kamen, als Wirtschaftsmigranten, die ein Präsident Rubio heute zurückweisen würde. Er halte Rubio „für einen pathologischen Lügner“, giftet Ingram.

Nicht ganz so böse urteilt Rubios einstiger demokratischer Gegner in Florida, Dan Gelber: Rubio fehle die „Gravitas“, er sei ein guter Verkäufer von Politik, aber kein Macher. Das haben viele auch von Barack Obama gesagt. Man wird sehen, wie sich Rubio am Dienstag in New Hampshire verkauft.

New Hampshire — der politische Wackelkandidat

Der US-Bundesstaat im Nordosten der USA (Neuengland) gilt seit den 1990er Jahren als „swing state“, der politisch keinem Lager eindeutig zuzuordnen ist. 1992 gewann mit Bill Clinton erstmals seit Lyndon B. Johnson 1964 wieder ein Demokrat die Wahlmännerstimmen für die Präsidentschaft.

New Hampshire , beim Beginn des Unabhängigkeitskrieges gegen Großbritannien 1776 der erste Staat mit eigener Verfassung, trat 1788 formell den neugegründeten USA bei. Es ist mit 24216 km² etwas größer als Hessen, zählt aber mit etwa 1,3 Millionen Menschen nur ein Fünftel von dessen Einwohnern. Das Motto des Staates ist „Live free or die“, Lebe frei oder stirb; es gibt keine allgemeine Einkommens- oder Mehrwertsteuer. „The Granite State“, der Granit-Staat, wird New Hampshire wegen seiner zahlreichen Steinbrüche oft genannt — aber auch wegen seines Hangs zur Traditionsbewahrung.

Bei den Vorwahlen am Dienstag dürften für die Republikaner Donald Trump und bei den Demokraten der nach eigenem Bekunden „demokratische Sozialist“ Bernie Sanders vorn liegen — laut Umfragen. Als wichtigste Themen sehen die Wähler laut Politik-Professor Dean Spiliotes die Bereiche Wirtschaft, Nationale Sicherheit, Umwelt, Erziehung.

Michael Wittler

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Politik im Rest der Welt
Reporter vor Ort

In einer fortlaufenden Galerie zeigen wir Ihnen jeden Tag die wichtigsten Bilder aus Lübeck und den umliegenden Kreisen. Klicken Sie hier, um die Galerie für den November 2017 zu sehen!

Sollte die Direktwahl von Bürgermeistern abgeschafft werden?

  • Hochzeitszauber
    Tipps und Tricks zum Planen und Organisieren Ihrer Hochzeit. Ob Location, Dekoration, Trauringe, Flitterwochen, Catering - hier finden Sie Informationen und kompetente Ansprechpartner in und um Lübeck für Ihre Traumhochzeit.

    Tipps und Tricks zum Planen und Organisieren Ihrer Hochzeit. Ob Location, Dekoration, Trauringe, Flitterwochen, Catering - hier finden Sie Informat... mehr

  • Reisetipps
    In unserem Reiseportal finden Sie viele Tipps & Tricks für Reisende und Urlauber.

    In unserem Reiseportal finden Sie viele Tipps & Tricks für Reisende und Urlauber. mehr

  • Events & Veranstaltungen
    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe.

    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe. mehr

  • Lifestyle

    Unser Lifestyle-Portal mit nützlichen News und Tipps: Informieren Sie sich über Mode, Beauty und aktuelle Trends. Mehr Schwung, mehr Spaß... mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Kommentar

Bissig, polemisch, kontrovers: Kommentare aus den LN.

TV-Vorschau

Unsere Kolumne zeigt, wo sich das Einschalten lohnt.

Sonntagsreden

Von Börse bis Fußballplatz - Blogs unserer "Edelfedern".

Kreuzwort

Auch online wartet täglich ein neues Rätsel auf Sie. Jetzt rätseln!

Sudoku

Bleiben Sie geistig aktiv – mit japanischem Gehirnjogging.

24. Juli 2017 - Alev Doğan in Allgemein

Es gibt eine Wahrheit, vor der auch ich mich schon lange drücke. Eine, die auszusprechen weh tut: Um die Türkei steht es im Moment nicht gut. Ach was, um die Türkei steht es im Moment miserabel.

mehr