Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Politik im Rest der Welt JU-Chef-Kandidat: „Klartext, wenn es nötig ist“
Nachrichten Politik Politik im Rest der Welt JU-Chef-Kandidat: „Klartext, wenn es nötig ist“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:38 21.01.2019
Kuban: „Es geht um unser Land und unser Europa.“ Quelle: CDU Niedersachsen
Berlin

Der Posten des JU-Chefs ist vakant, seit der bisherige Amtsinhaber Paul Ziemiak im Dezember vergangenen Jahres CDU-Generalsekretär wurde. Nachfolge-Kandidat Kuban ist derzeit Vorsitzender der Jungen Union in Niedersachsen. Der 31-jährige will auf dem Sonderdeutschlandtag der Jungen Union Mitte März in Berlin gewählt werden.

Außerdem kandidiert er auf einem aussichtsreichen Listenplatz für die Europawahl im Mai und wäre so der erste JU-Vorsitzende im Europäischen Parlament. Bisher hat Kuban einen weiteren Gegenkandidaten: Der Landesvorsitzende der Jungen Union in Thüringen, Stefan Gruhner, kandidiert ebenfalls für den JU-Bundesvorsitz.

Herr Kuban, Sie wollen Paul Ziemiak als JU-Chef beerben. Braucht die Junge Union einen Neustart?

Wir sind die größte und professionellste politische Jugendorganisation in Deutschland. Damit das so bleibt, müssen wir uns immer weiterentwickeln und am Puls der Zeit bleiben. Wir brauchen, so wie auch in der CDU, Erneuerung und Innovation, aber kein Parteigeschacher. Wir müssen aufhören nur von Wahl zu Wahl zu denken.

Was wollen Sie anders machen als Ihr Vorgänger?

Natürlich bin ich ein anderer Typ als Paul. Das ist auch gut so, denn Zeiten ändern sich. Deshalb muss es jetzt unser Anspruch sein mehr die Mitglieder einzubinden. Wesentliche Dinge sollten nicht mehr einfach nur von wenigen im Hinterzimmer entschieden werden, dies hat früher auch die CDU Mitglieder frustriert. Es muss um die Themen gehen und nicht um Personen. Wir brauchen Antworten auf die politischen Fragen, die unsere Generation umtreibt gehen und nicht um politische Karrieren. Wir müssen in dieser Zeit noch mehr mit Überzeugung und Rückgrat für unsere Meinung einstehen. Das macht Politik am Ende glaubwürdig. Wir haben in der Vergangenheit zu viel versucht es allen Recht zu machen, dass muss sich ändern.

Welcher inhaltliche Punkt ist Ihnen am wichtigsten?

Die Kernfrage wird sein: Wie soll Deutschland 2030/2040 aussehen? Wir können eine Menge Perspektiven bieten, wenn wir uns klar werden, wie ist die Hausordnung in unserem Land? Viele Menschen treibt der Zusammenhalt unserer Gesellschaft um, besonders wenn mehr Menschen mit Migrationshintergrund zu uns kommen. Wir müssen uns klar werden über unsere Leitkultur. Können wir es uns erlauben immer mehr Renten- und Sozialleistungen zu schaffen, wenn die Gesellschaft immer älter wird? Das muss auch finanzierbar bleiben. Wie wird sich unsere Arbeitswelt verändern in Zeiten der Künstlichen Intelligenz? Wenn wir nicht aufpassen, werden wir von Chinesen und Amerikanern abgehängt.

Geht es Ihnen auch um einen neuen Stil?

Ich will konstruktiv mit der CDU zusammenarbeiten, aber bei den kritischen Themen als junge Generation auch unseren Standpunkt deutlich machen. Innerparteilicher Streit gehört zu einem guten Ergebnis dazu, aber am Ende geht es um unser Land und unser Europa. Kurzum: Klartext, wenn es nötig ist. Aber nicht Kritik um der Kritik willen.

Wie stellen Sie sich die Zusammenarbeit mit Annegret Kramp-Karrenbauer vor? Wollen Sie die Vorsitzende vor allem stützen - oder wollen Sie auch Stachel im Fleisch sein?

Wir wollen zusammen mit AKK und Paul die CDU erneuern und Wahlen gewinnen, aber ich bin kein Ja-Sager. Ich will etwas mit Weitblick für unsere Generation erreichen und ihr Gehör verschaffen. Dabei bin ich ein Teamplayer. Das habe ich als Fußballer gelernt. Aber am Ende geht es um die Inhalte. Wenn da etwas in die falsche Richtung läuft, dann werde ich das auch klar und deutlich ansprechen. Eins ist für mich besonders wichtig: CDU und CSU gehören zusammen. Das muss stets oberste Maxime beider Parteispitzen sein.

Lesen Sie auch: Ein Niedersachse will JU-Chef werden

Von Gordon Repinski/RND

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Drohen Streiks im öffentlichen Dienst, zum Beispiel in den Unikliniken? Kurz vor der ersten Verhandlungsrunde für die Beschäftigten baut Verdi-Chef Frank Bsirske Druck auf. Eine kräftige Lohnerhöhung sei wichtig – aus mehreren Gründen.

21.01.2019

Schlechte Umfragewerte kratzen am Image der einstigen SPD-Hoffnungsträgerin Manuela Schwesig. CDU-Politiker Philipp Amthor wirft ihr vor, „aufgesetzt und unnahbar“ zu sein. Der Schatten ihres Vorgängers sei zu groß.

20.01.2019

Ist das Tradition oder Ignoranz? Die Bremer Bürgermeisterin sollte beim Eiswettfest ihren verhinderten Regierungschef vertreten – allerdings ohne Erfolg. Denn die Veranstaltung ist seit 1828 fest in Männerhand und Frauen nicht zugänglich.

20.01.2019