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Politik im Rest der Welt Deutsche Islamisten strömen nach Syrien
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22:22 26.10.2013

Verfassungsschützer beobachten mit Sorge den wachsenden Reisestrom deutscher Islamisten Richtung Syrien. Auch Frauen zieht es demnach in das Bürgerkriegsland. „Weit über 210 Leute, die wir kennen, sind nach Syrien gegangen. Das Dunkelfeld kennen wir nicht“, sagte der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, in Berlin. Es sei anzunehmen, dass die Zahl noch wesentlich größer sei. Etwa 60 Prozent seien deutsche Staatsangehörige.

Vermehrt seien auch Frauen eine Zielgruppe für die Rekrutierung von Helfern für den Bürgerkrieg in Syrien, sagte Maaßen. „Mindestens zehn Frauen sind mit Männern dort hingegangen.“

Der überwiegende Teil der Islamisten, die aus Deutschland nach Syrien reisten, sei jünger als 25 Jahre. Erschreckend sei, „dass es vermehrt Minderjährige gibt, auch 16-Jährige, die dorthin gehen und quasi verheizt werden sollen für den Dschihad“.

Zehn Personen, die aus Deutschland kamen, seien bei Kämpfen in Syrien ums Leben gekommen. Mehrere Dutzend seien wieder in Deutschland. 15 oder 16 davon hätten „definitiv Kampferfahrung.“

Durch den Bürgerkrieg sind die Lebensumstände der Zivilbevölkerung in Syrien alarmierend. „Mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt inzwischen in Armut“, heißt es in einem Bericht des syrischen Zentrums für Politikforschung in Damaskus, den die UN in Auftrag gegeben haben. 4,4 Millionen Menschen leiden demnach sogar unter extremer Armut. Die Arbeitslosenquote in Syrien betrage fast 50 Prozent. Die Hälfte der Kinder gehe nicht zur Schule, das Gesundheitssystem sei zusammengebrochen.

LN

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