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Politik im Rest der Welt Die Klimakonferenz und der Kampf gegen das Treibhausgas CO2
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15:19 03.12.2018
Ein Thema der Weltklimakonferenz: der Kohlendioxid-Ausstoß von Kohlekraftwerken (hier das Kraftwerk Mehrum in Niedersachsen). Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
Kattowitz

Der Ort ist einer voller Symbolkraft. Ausgerechnet im polnischen Kattowitz findet die zweiwöchige Weltklimakonferenz statt. 90 Staaten sollen bei der so genannten „COP 24“ über verbindliche Regeln für den Klimaschutz abstimmen – ausgerechnet in der Stadt, deren Luftbelastung durch ihre Kohleindustrie zigfach so hoch ist wie im Rest des Landes.

UN-Generalsekretär António Guterres startete dann auch die Konferenz mit einer dringenden Mahnung: Mutige Schritte brauche es gegen weltweit steigende Temperaturen. Die führenden Politiker der Weltgemeinschaft müssten die Gefahr einer globalen Erwärmung ernst nehmen. Der Klimawandel sei das größte Einzelproblem, dem die Menschheit gegenüberstehe.

Eine Reihe von Staaten unternehme nicht genug, um die Ziele des Pariser Klimaabkommens einzuhalten. Darunter seien die Länder, die am meisten für den Ausstoß von Treibhausgasen verantwortlich sind. Guterres Ziel: Bis 2050 die Treibhausgasemissionen herunterfahren – und zwar auf Null. Dazu muss auch die Kohlenutzung deutlich reduziert werden – bei der Verbrennung entsteht das Treibhausgas Kohlendioxid. Die Nutzung fossiler Brennstoffe wie Kohle müsse stark reduziert werden, weil bei deren Verbrennung das Treibhausgas Kohlendioxid frei wird.

Guterres Mahnung zeigt, was sich in den drei Jahren seit der Unterzeichnung des Pariser Klimaschutzabkommens getan hat: wenig. In Paris hatten die Staaten 2015 vereinbart, die globale Erwärmung bis Ende des Jahrhunderts unter zwei Grad Celsius zu halten, möglichst sogar unter 1,5 Grad. Die USA, einer der Hauptverursacherländer von Treibhausgas, ist auf Weisung von Präsident Donald Trump aus dem Abkommen ausgestiegen.

Da kommt gleich auch Deutschland ins Spiel. Als treibende Kraft des Klimaschutzes hat man sich eine Weile gesehen, Bundeskanzlerin Angela Merkel galt als „Klimakanzlerin“. Nun ist es so: Das selbst gesetzte Ziel, bis 2020 rund 40 Prozent weniger Treibhausgase auszustoßen als 1990, verfehlt die Bundesrepublik. Seinen Beitrag zum UN-Klimafonds will Deutschland auf 1,5 Milliarden Euro verdoppeln. Greenpeace warf der Bundesregierung deswegen vor, sich vom Klimaschutz freikaufen zu wollen.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) sagte zum Konferenzauftakt, das sei „sehr schmerzhaft“ und mahnte für den Klimaschutz brauche es „mehr Verbindlichkeit, mehr Mut und vor allen Dingen mehr Solidarität“. Vertrauen sei im internationalen Klimaschutz die Währung, darum komme es nun darauf an, ein Regelwerk zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens zu schaffen.

In das Klimaschutzgesetz, dass die schwarz-rote Koalition im kommenden Jahr verabschieden will, wolle sie einen „Mechanismus“ einbauen, „dass insbesondere die Verkehrs-, die Bau-, die Wirtschafts- und die Landwirtschaftsministerien selber auf die Einhaltung der jeweiligen Ziele verpflichtet werden.“ Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) ergänzte mit der Forderung nach einer EU-weiten Zertifizierung für das häufig aus Brasilien und Indonesien stammende Soja und Palmöl gefordert. Damit sollten die Regenwälder geschützt werden.

Und dann sprach zum Auftakt auch noch der Gastgeber, Polens Präsident Andrzej Duda. Der verteidigte die Kohlenutzung seines Landes: „Die eigenen natürlichen Ressourcen zu nutzen, im Fall Polens Kohle, und darauf die Energiesicherheit zu stützen, steht nicht im Widerspruch zu Klimaschutz und Fortschritt beim Klimaschutz.“ Polen bezieht knapp 80 Prozent seines Stroms aus Kohle.

Von RND/dpa

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