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Politik im Rest der Welt Die Mittelschicht schrumpft auf 54 Prozent
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08:43 07.05.2016
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Berlin

Der Anteil der Mittelschicht an der Bevölkerung ist in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten auf zuletzt 54 Prozent geschrumpft. Rund 20 Jahre zuvor lag er noch bei 60 Prozent.

Vergleicht man die Entwicklung von 1991 bis 2013, ist für Deutschland mit 6 Prozentpunkten ein ebenso großes Schrumpfen der Mittelschicht zu verzeichnen wie in den USA. Das zeigt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW).

Insgesamt gab es in den USA aber eine größere Polarisierung, so das DIW. Einkommensverluste der Absteiger und -gewinne der Aufsteiger seien nämlich vergleichsweise größer gewesen in Deutschland. Als zentrale Gründe für das Schrumpfen der Mittelschicht in Deutschland sehen die Experten ein Anwachsen des Niedriglohnbereichs. Hintergrund sei die Zunahme der im Schnitt geringer bezahlten Jobs im Dienstleistungssektor und der Wegfall von Arbeitsplätzen in der Industrie.

Besonders betroffen sind Ausländer. „In Deutschland sind in den letzten Jahren zunehmend die Ausländer aus der Einkommensmittelschicht abgestiegen“, sagte Markus M. Grabka vom Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) des DIW, einer Langzeitbefragung privater Haushalte. In den USA seien verstärkt aus Lateinamerika stammende Menschen abgestiegen.

Die Mittelschicht wird älter: Der Anteil bei den 18- bis 30-Jährigen sank in Deutschland von 1983 bis 2013 von 69 auf 52 Prozent, bei den 30- bis 45-Jährigen von 78 auf 64 Prozent. Menschen im Rentenalter haben dagegen aufgeholt: von 24 auf 41 Prozent. Bei den jungen Erwachsensen stieg der Anteil der Einkommensschwachen besonders deutlich - bei den ab 65-Jährigen nahm dieser stark ab.

Der Mittelschicht gehören Einkommen zwischen 17 000 und 50 500 Euro. Alle Erwachsenen, deren gesamtes Haushaltseinkommen vor Steuern und Sozialabgaben zwischen 67 und 200 Prozent des Medians beträgt zählen zur Einkommensmittelschicht. Der Median trennt die einkommensstärkere von der einkommensschwächeren Bevölkerungshälfte. Für ihre Studie haben die Forscher neueste Zahlen der im DIW Berlin angesiedelten Langzeitstudie Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) mit Daten aus den USA verglichen.

Betrachtet wurden dabei die gesamten, realen Haushaltseinkommen inklusive Renteneinkünften und staatlichen Transfers. Der SOEP ist eine der größten Langzeiterhebungen in Deutschland und wird regelmäßig fortgeschrieben. Jährlich werden 30 000 Menschen in fast 11 000 Haushalten befragt.

dpa

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