Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -6 ° heiter

Navigation:
Die Welt gibt mehr als neun Milliarden Euro für Kriegsopfer

London Die Welt gibt mehr als neun Milliarden Euro für Kriegsopfer

Seit fünf Jahren tobt in Syrien der Bürgerkrieg, das Ringen um Frieden stockt. Umso wichtiger ist das Signal, dass die Welt es ernst meint mit ihrer Hilfe für die Region - auch wenn die Krise mit Geld nicht zu beenden ist.

Voriger Artikel
Deutsches Seebataillon wird in niederländische Marine integriert
Nächster Artikel
Seehofer nach Putin-Besuch im Kreuzfeuer der Kritik

Eine aus Syrien geflohene Frau in einem Flüchtlingslager im Libanon.

Quelle: Wael Hamzeh

London. Die Weltgemeinschaft hat sich auf umfassende Hilfen für die Opfer des syrischen Bürgerkriegs verständigt und will dafür deutlich mehr als neun Milliarden Euro (über zehn Milliarden Dollar) bereit stellen.

Mehr als die Hälfte davon solle kurzfristig zur Verfügung stehen, teilten die Gastgeber der Londoner Geberkonferenz für Syrien und die Region mit. „Das ist ein wichtiges Signal“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). „Es bedeutet, dass die Arbeit sofort beginnen kann.“

Der Bürgerkrieg in Syrien dauert fast fünf Jahre an, mehr als 250 000 Menschen starben. Millionen Syrer flohen ins Ausland.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon lobte das Ergebnis am Donnerstag als „großartigen Erfolg“. Noch nie sei an einem Tag so viel Geld für eine einzelne Krise eingesammelt worden. Ein Durchbruch sei, dass Syriens Nachbarstaaten Türkei, Libanon und Jordanien ihren Arbeitsmarkt für Flüchtlinge öffneten. Das bedeute „nicht nur Nahrung für heute, sondern Hoffnung für morgen“.

Deutschland will bis 2018 2,3 Milliarden Euro zahlen, davon 1,2 Milliarden in diesem Jahr. Ein großer Teil geht an das Welternährungsprogramm (WFP). Es sei unerträglich, dass Lebensmittelrationen in Flüchtlingslagern gekürzt werden mussten, weil Staaten ihre finanziellen Zusagen nicht eingehalten hatten, sagte Merkel. Für die Kanzlerin und die anderen Europäer geht es auch darum, die Versorgung der Syrer in der Region zu sichern, damit sie sich nicht auf den Weg nach Europa machen.

Neben Nahrungsmitteln und medizinischen Gütern sollen die Milliardenhilfen auch Schul- und Ausbildung für junge Flüchtlinge sichern und Arbeitsplätze für sie in den Nachbarstaaten schaffen. Deutlich mehr als vier Millionen Syrer haben vor allem im Libanon, in Jordanien und der Türkei Schutz gesucht. Die EU werde alles daran setzen, auch die Exportbedingungen aus diesen Ländern zu verbessern, um dort Jobs zu schaffen, sagte Merkel.

EU-Ratspräsident Donald Tusk kündigte an, dass die EU und deren Mitgliedsländer in diesem Jahr mehr als drei Milliarden Euro für Syrien, Jordanien, den Libanon und die Türkei zur Verfügung stellen. Einer EU-Diplomatin zufolge kommen davon 1,1 Milliarden aus dem Haushalt der Union. Auch nach 2016 solle dieses Finanzierungsniveau gehalten werden, sagte Tusk in London.

„Wir senden ein klares Signal an die Bevölkerung in Syrien. Wir stehen an ihrer Seite“, sagte der britische Premierminister David Cameron. Allerdings sei das Erreichte keine Lösung der Krise. Dafür brauche es eine politische Lösung, Zugang für die Helfer zu den Menschen in Not und ein Ende der Menschenrechtsverletzungen. Er mahnte: „Wir brauchen einen Waffenstillstand.“

US-Außenminister John Kerry unterstrich wie viele andere Redner der Konferenz die verheerende Lage der Menschen in Syrien. Vor allem der Hunger in den belagerten Städten sei bedrohlich. Es gebe Menschen, „die Blätter und Gras essen“, um zu überleben.

Während die Staaten in London berieten, machten sich nach Angaben des türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu Zehntausende aus Lagern in Nordsyrien auf den Weg in die Türkei. Wenn wichtige Nachschubrouten der Rebellen von der Türkei nach Aleppo nicht freigegeben würden, drohe dort eine Katastrophe. „Niemand wird dann die Opposition dazu bewegen können, an den Verhandlungstisch zurückzukehren“, mahnte Davutoglu.

Die Aussetzung der Genfer Friedensgespräche für Syrien am Vorabend warf einen Schatten auf das Treffen in London. Russland und die USA wollen am 11. Februar vor der Münchner Sicherheitskonferenz mit Vertretern weiterer Staaten über den Konflikt sprechen. 

UN-Sondervermittler Staffan de Mistura hatte die Gespräche in Genf für eine politische Lösung des Syrienkonfliktes nach wenigen Tagen verschoben. Sein Büro teilte am Donnerstag mit, die Verhandlungen sollten spätestens am 25. Februar wieder aufgenommen werden. Vor echten Verhandlungen verlangt die Opposition ein Ende von Städteblockaden sowie den Stopp von Angriffen der Regierungstruppen auf Zivilisten.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Politik im Rest der Welt
Reporter vor Ort

In einer fortlaufenden Galerie zeigen wir Ihnen jeden Tag die wichtigsten Bilder aus Lübeck und den umliegenden Kreisen. An dieser Stelle finden Sie die Galerie für den November 2016.

Sollten die Weihnachtsmärkte länger geöffnet haben?

  • Hochzeitszauber
    Tipps und Tricks zum Planen und Organisieren Ihrer Hochzeit. Ob Location, Dekoration, Trauringe, Flitterwochen, Catering - hier finden Sie Informationen und kompetente Ansprechpartner in und um Lübeck für Ihre Traumhochzeit.

    Tipps und Tricks zum Planen und Organisieren Ihrer Hochzeit. Ob Location, Dekoration, Trauringe, Flitterwochen, Catering - hier finden Sie Informat... mehr

  • Reisetipps
    In unserem Reiseportal finden Sie viele Tipps & Tricks für Reisende und Urlauber.

    In unserem Reiseportal finden Sie viele Tipps & Tricks für Reisende und Urlauber. mehr

  • Events & Veranstaltungen
    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe.

    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe. mehr

  • Lifestyle

    Unser Lifestyle-Portal mit nützlichen News und Tipps: Informieren Sie sich über Mode, Beauty und aktuelle Trends. Mehr Schwung, mehr Spaß... mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Kommentar

Bissig, polemisch, kontrovers: Kommentare aus den LN.

TV-Vorschau

Unsere Kolumne zeigt, wo sich das Einschalten lohnt.

Sonntagsreden

Von Börse bis Fußballplatz - Blogs unserer "Edelfedern".

Kreuzwort

Auch online wartet täglich ein neues Rätsel auf Sie. Jetzt rätseln!

Sudoku

Bleiben Sie geistig aktiv – mit japanischem Gehirnjogging.