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Politik im Rest der Welt Die Welt zu Gast bei Merkel
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22:29 06.07.2017
Quelle: dpa
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Hamburg

Donnerstag Abend empfing sie im traditionellen Hotel Atlantic den US-Präsidenten Donald Trump und andere Staatenlenker zu Vorgesprächen.

Nach seiner Ankunft in der Hansestadt beriet Trump mit Merkel in einem gut einstündigen Treffen zentrale Streitthemen des Gipfels, darunter auch die Lage in Nordkorea und im Mittleren Osten. Merkel kündigte zuvor an, die Unterschiede mit dem US-Präsidenten zu Freihandel und Klimaschutz nicht auszublenden. Sie vertrete auf dem Gipfel deutsche und europäische Interessen und werde alles daran setzen, „Kompromisse zu finden“, sagte Merkel. Aber sie werde „Dissens nicht übertünchen, sondern Dissens auch benennen, denn es gibt zu einigen wichtigen Fragen auch unterschiedliche Meinungen“.

Wenn die großen Probleme der Welt angesprochen würden und man alles daran setze, Lösungen zu finden, könne das ein Gewinn für alle sein, „eine Win-Win-Situation“, sagte die Kanzlerin. Bereits bei der ersten Sitzung in großer Runde heute hoffe sie auf Ergebnisse beim Kampf gegen internationalen Terrorismus. Ob Trump beim Klimaschutz in der G-20-Runde isoliert wird, war zunächst noch unklar. In einem Entwurf für die Abschlusserklärung ist der Dissens der anderen 19 zu Trump festgeschrieben. Bleibt es dabei, wäre das für die sonst um Einheit bemühte Staatengruppe ungewöhnlich.

Mit Spannung wird heute die erste Begegnung Trumps mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin erwartet. Bei seinem Besuch in Polen gestern früh warf der US-Präsident Russland Destabilisierung vor und bezog sich auf die Politik in der Ukraine, in Syrien und gegenüber dem Iran. Die G20 repräsentiert zwei Drittel der Weltbevölkerung und 80 Prozent der globalen Wirtschaftskraft. Noch nie fand ein Gipfeltreffen in Deutschland statt, an dem mit China, Russland und den USA die drei mächtigsten Länder der Welt teilnehmen.

Im Vorfeld des Gipfels kam es gestern Abend zu massiven Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten. Bei der „Welcome to Hell“-Kundgebung gegen das Treffen flogen Flaschen, Feuerwerkskörper wurden gezündet, später brannten umgestürzte Mülltonnen und ein Auto. Die Polizei setzte wiederholt Wasserwerfer und Pfefferspray ein, bei den Ausschreitungen wurden mindestens sechs Polizisten verletzt.

Unter die Demonstranten hatten sich nach Polizeiangaben etwa 1000 Vermummte gemischt was die Polizei nicht duldete. Der Veranstalter erklärte den Demonstrationszug laut Polizei nach gut einer Stunde für beendet. Im Anschluss zogen aber viele kleine Gruppen Autonomer durch die Stadt und griffen Polizisten an. Am späten Abend bildetre sich dann ein neuer Demonstrationszug mit rund 3500 Teilnehmern.

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