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Politik im Rest der Welt Die offenen Fragen nach dem NSU-Urteil bleiben
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17:36 11.07.2018
Lebenslänglich in Haft: Beate Zschäpe. Ihre Anwälte wollen allerdings in Revision gehen. Quelle: GETTY
München

Das Urteil des Oberlandesgerichts München gegen Beate Zschäpe ist hart, eindeutig und gerecht – ein Schlussstrich unter die Verbrechen des NSU aber kann und darf es nicht sein. Dafür sind zu viele Fragen offen. Fragen, die es nicht nur den Hinterbliebenen der Opfer unmöglich machen, Frieden zu finden trotz des Verlustes ihrer Angehörigen, sondern die auch die gesamte Gesellschaft dauerhaft beunruhigen müssen.

Es ist schlicht nicht glaubwürdig, dass das Trio Zschäpe-Böhnhardt-Mundlos in stiller Fleißarbeit ganz allein Listen mit Tausenden Anschlagszielen in ganz Deutschland geschrieben hat. Dass sie all diese Ziele ohne Hilfe zum Teil detailliert ausgespäht haben. Und dass sie letztlich ganz ohne kundige örtliche Helfer darauf gekommen sind, zum Beispiel den Kioskbesitzer Mehmet Kubasik in der Dortmunder Nordstadt oder den Einzelhändler Theodoros Boulgarides in seinem Geschäft im Münchner Westend zu erschießen. Wer waren die weiteren Unterstützer der Terroristen? Wer half ihnen beim Untertauchen? Wer kannte sich in den Stadtvierteln aus? Was steht noch alles in den Akten der Verfassungsschützer?

Antworten darauf hat dieser Prozess nicht gegeben. Dabei wären sie äußerst wichtig – um die über viele Jahre zu Unrecht verdächtigten Familien mit dem Land zu versöhnen, aber auch, um ein realistisches Bild von der Größe und der kriminellen Energie der rechtsextremistischen Szene in Deutschland zu geben. In den fünf Jahren, die der Prozess gedauert hat, hat sich das Land verändert. Es ist kälter, härter, feindseliger geworden. Sich all dem entgegenzustellen: Auch das ist eine Lehre aus dem Münchner Prozess.

Von Thorsten Fuchs/RND

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