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Politik im Rest der Welt „Donald, lass Heidi in Ruhe!“
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20:21 26.03.2016
Washington

Im Vorwahlkampf der US-Republikaner um die Präsidentschaftskandidatur ist eine Schlammschlacht um die Frauen der Bewerber Donald Trump und Ted Cruz entbrannt.

Wurden unfreiwillig Spielbälle im Wahlkampf: Kandidaten-Gattinnen Melania Trump (l.) und Heidi Cruz.

Beide Vertreter griffen dabei zu wenig feinen Worten. „Ich werde nicht oft wütend“, sagte Cruz vor Journalisten im Bundesstaat Wisconsin. „Wer aber meine Frau angreift, oder meine Kinder, der wird das schaffen!“ Direkt an seinen Rivalen Trump gewandt, fügte Cruz hinzu: „Donald, Du bist ein wimmernder Feigling, und lass verflucht noch mal Heidi in Ruhe!“

Der Wutausbruch des Senators wurde durch eine Nachricht Trumps im Internetdienst Twitter verursacht. Darin hatte der rechtspopulistische Immobilienmilliardär Fotos von Heidi Cruz und seiner eigenen Frau Melania nebeneinandergestellt. Auf dem Foto hat Heidi Cruz einen verzerrten Gesichtsausdruck, während das 45-jährige Ex-Model Melania Trump den Betrachter mit strahlenden blauen Augen anblickt.

Ein Schriftband kommentiert: „Nicht nötig, alles auszuplaudern. Diese Bilder sagen so viel wie tausend Worte.“

Der Twitter-Text ist als Warnung zu verstehen, dass Trump für Heidi Cruz unangenehme Enthüllungen in der Hinterhand hat. Die 43-jährige Frau von Ted Cruz ist Investmentbankerin bei Goldman Sachs. Sie hat ein Sabbatjahr genommen, um ihren Mann im Wahlkampf zu unterstützen. Heidi Cruz reagierte jedoch gelassen auf Trumps Attacke. Die „meisten Dinge“, die der Geschäftsmann verbreite, hätten „keine reale Grundlage“.

Trumps Angriff auf Cruz' Frau war von einer Facebook-Veröffentlichung ausgelöst worden. Sie zeigt ein Foto, in dem sich Trumps aus Slowenien stammende Frau nackt auf einem Teppich räkelt. „Triff auf Melania Trump, Deine nächste First Lady. Oder Du könntest am Dienstag Ted Cruz unterstützen“, heißt es dazu. Die Kampagne war vor den Vorwahlen am vergangenen Dienstag lanciert worden. Sie zielte wohl auf die Wähler im besonders konservativen Mormonen-Staat Utah ab. Cruz gewann dann dort haushoch gegen Trump, liegt aber weiterhin im Rennen um die Präsidentschaftkandidatur deutlich hinter dem Immobilienmilliardär zurück.

Das Nacktfoto von Melania Trump stammt aus der Männer-Zeitschrift „GQ“ und wurde dort im Jahr 2000 veröffentlicht. Das Model aus Slowenien hieß damals noch Melania Knauss und war noch nicht mit Trump verheiratet. Die beiden heirateten im Jahr 2005. Melania Trump ist die dritte Ehefrau des Milliardärs. Die Kampagne mit ihrem Nacktfoto wurde von einer Wahlkampforganisation lanciert, die gegen Trump Front macht. Dieser warf seinem Kontrahenten Cruz vor, hinter der Veröffentlichung zu stecken. „Sei vorsichtig, Lügner Ted,“ warnte er auf Twitter. „Oder ich werde alles über Deine Frau ausplaudern!“

Cruz aber bestritt jede Verantwortung für die Veröffentlichung des Fotos. Er twitterte, das kompromittierende Foto von Melania sei „nicht von uns“.

LN

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