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Politik im Rest der Welt Drei Festnahmen bei Anti-Terror-Razzia
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02:16 19.06.2016
Molenbeek stand erneut im Fokus des nächtlichen Polizei-Einsatzes. Quelle: dpa

Belgien kommt nicht zur Ruhe: Bei nächtlichen Anti-Terror-Razzien haben Einsatzkräfte im Land Dutzende Häuser durchsucht und zahlreiche Verdächtige festgesetzt.

Zwölf Menschen seien festgenommen und 40 vernommen worden, teilte die Staatsanwaltschaft gestern in Brüssel mit. Bis zum Abend wurden neun der Festgenommenen wieder auf freien Fuß gesetzt.

Ermittlungsergebnisse hätten ein „unmittelbares Einschreiten“ erfordert, hieß es.

Der Großeinsatz erfolgte knapp drei Monate nach den verheerenden Terroranschlägen in Brüssel. Selbstmordattentäter hatten am 22. März am Brüsseler Flughafen und in einer Metrostation in der Innenstadt 32 Menschen mit in den Tod gerissen.

Bei dem Großeinsatz in der Nacht auf Samstag durchsuchten Sicherheitskräfte nun insgesamt 152 Garagen und Dutzende Häuser in 16 Gemeinden. Darunter waren unter anderem die als Islamisten-Hochburg bekannte Brüsseler Stadtgemeinde Molenbeek. Dort war unter anderem im März Salah Abdeslam gefasst worden. Zu dem Zeitpunkt gehörte der 26-Jährige im Zusammenhang mit den Anschlägen von Paris im November 2015 zu den meistgesuchten Terroristen in Europa.

Diesmal standen deutlich mehr belgische Gemeinden im Fokus der Ermittler. Durchsuchungen gab es demnach unter anderem in den Brüsseler Gemeinden Schaerbeek und Forest sowie in den im französischsprachigen Teil des Landes gelegenen Städten Tubize und Lüttich.

Medienberichten zufolge stand der Einsatz auch im Zusammenhang mit der Fußball-EM in Frankreich und dem Spiel der belgischen Nationalmannschaft in Bordeaux gegen Irland. Die Tageszeitung „De Standaard“ berichtete, im Fokus der Verdächtigen habe etwa ein Fan-Areal in der Brüsseler Innenstadt gestanden. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es zunächst nicht.

Bei den Razzien habe es keine Zwischenfälle gegeben, hieß es weiter. Ob belastendes Material sichergestellt wurde, wurde zunächst nicht bekannt. Waffen oder Sprengstoff seien jedoch nicht gefunden worden.

Bereits im Laufe der vergangenen Woche war die Anspannung in Belgien wieder gestiegen. Die Tageszeitung „La Dernière Heure“ und andere Blätter berichteten, dass Dschihadisten Syrien verlassen hätten, um in Belgien und Frankreich Attentate zu verüben. So sei ein Ladenzentrum in der Brüsseler Innenstadt bedroht. Für die Berichte gab es keine offizielle Bestätigung.

Die in Belgien zuständige Stelle zur Bewertung der Terrorbedrohung (Ocam) ließ die Terrorwarnstufe im Land zunächst unverändert auf der zweithöchsten Stufe. Die Terrorwarnstufe 3 (von insgesamt 4) bedeutet, dass eine Terrorattacke möglich und wahrscheinlich ist. Einige Minister, darunter auch Premier Charles Michel, wurden jedoch unter besonderen Schutz gestellt, wie der Sender RTBF berichtete.

LN

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