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Politik im Rest der Welt Drei Kandidaten mit guten Chancen
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20:25 05.04.2014
Salmai Rassoul (70).

Kabul — Zur Präsidentschaftswahl in Afghanistan sind acht Kandidaten angetreten. Drei von ihnen werden echte Chancen eingeräumt:

Abdullah Abdullah: Der 60-jährige Augenarzt war bis 2005 Außenminister unter Präsident Hamid Karsai. Sein Vater war Paschtune, seine Mutter Tadschikin. Seine Anhänger stammen vor allem aus der zweitgrößten Bevölkerungsgruppe der Tadschiken. Alle anderen Bewerber gehören der größten Volksgruppe der Paschtunen an. Abdullah ist ein ausgesprochener Karsai-Kritiker. Er trat bei der Präsidentschaftswahl 2009 bereits einmal gegen den Amtsinhaber an, wurde aber nur Zweiter.

Aschraf Ghani: Der frühere Weltbank-Mitarbeiter Ghani (64) ist der einzige Wirtschaftsexperte im Kandidatenfeld. Er hat in den USA studiert und war bis 2004 Finanzminister unter Präsident Karsai. Auch Ghani trat 2009 gegen den Amtsinhaber an, landete aber mit nur drei Prozent der Stimmen abgeschlagen auf dem vierten Platz. Im aktuellen Wahlkampf gelang es Ghani, zahlreiche Anhänger aus unterschiedlichsten Schichten zu mobilisieren.

Ghani hat den Usbeken-General Abdul Raschid Dostum als Kandidaten für einen der zwei Vizepräsidentenposten ins Boot geholt. Dostum soll für ihn die Stimmen der usbekischen Minderheit sichern, die etwa neun Prozent der rund 30 Millionen Afghanen ausmacht.

Salmai Rassul: Der 72 Jahre alte Arzt aus Kabul ist ein enger Vertrauter Karsais. Bis 2010 war er Nationaler Sicherheitsberater in Karsais Kabinett, dann ernannte der Präsident ihn zum Außenminister. Im vergangenen Jahr trat er von dem Amt zurück, um als Präsident zu kandidieren. Rassul besuchte die französische Schule in Kabul und studierte in Frankreich. Er ist als einziger der Kandidaten unverheiratet, will aber — ebenfalls als einziger — bei einem Sieg eine Frau in sein Kabinett holen. Anders als Abdullah und Ghani setzt Rassul auf Kontinuität, er will Karsais Politik fortführen. Unter den Favoriten war er bei Wahlkampfauftritten am wenigsten charismatisch.

Zwar hat Karsai öffentlich keinem der Bewerber seine Unterstützung zugesagt. Rassul wird aber als bevorzugter Kandidat des Präsidenten gehandelt. Befürchtet wird, dass Karsai im Falle von Rassuls Wahlsieg im Hintergrund weiter die Strippen ziehen könnte.

LN

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