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Drei Nobodys – Entscheiden sie die Präsidentenwahl in den USA?

Washington Drei Nobodys – Entscheiden sie die Präsidentenwahl in den USA?

Auch im eigenen Lager sorgen die Kandidaten Trump und Clinton für Unbehagen. Prompt steigen die Aktien der unabhängigen Bewerber.

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Ausweich-Kandidat: Der Libertäre Gary Johnson wirbt als Stimme der Vernunft um Wähler.

Washington. Breitseiten aus den jeweils gegnerischen Lagern, böse Berichte über neurotische, psychiatrische oder anderweitige gesundheitliche Beeinträchtigungen: Was passiert eigentlich, wenn in diesem wohl bizarrsten US-Präsidentschaftswahlkampf seit Langem doch noch ein Kandidat ausfällt? Mehr als früher fällt der Blick auf mögliche Alternativkandidaten.

LN-Bild

Auch im eigenen Lager sorgen die Kandidaten Trump und Clinton für Unbehagen. Prompt steigen die Aktien der unabhängigen Bewerber.

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Auf konservativer Seite ist kürzlich der frühere CIA-Offizier Evan McMullin in den Ring getreten: Trump eine die Amerikaner nicht, er spalte sie weiter; es sei Zeit, dass „eine neue Führungsgeneration“ aufstehe, dieser Herausforderung wolle er sich stellen, so McMullin.

Hinter dem früheren Geheimdienstmann (2001 bis 2011, als der heute 40-Jährige im „Anti-TerrorEinsatz“ meist im Mittleren Osten eingesetzt war) könnten Unterstützer um den 2012 gegen Barack Obama unterlegenen Mitt Romney stecken, heißt es in Washingtons Politzirkeln. Denn McMullin könnte zwar die Fristen und nötigen Wahlkampfgelder nicht mehr überall in den USA rechtzeitig zusammenbringen, aber er ist – wie Romney – Mormone aus dem „Mormonenstaat“ Utah.

Und Utah gilt als „Swingstate“, als einer der Wechsel-Staaten, in denen mal die Demokraten, mal die Republikaner knapp vorn liegen. So könnte er Trump dort eine konservative Mehrheit vermasseln:

Hillary Clinton wäre die lachende Dritte, auch wenn sie vielen Konservativen fast ebenso missfällt wie Trump, der offenbar die Republikaner nach wie vor extrem spaltet. Selbst ohne absolute Mehrheit könnte die unpopuläre Demokratin nach dem Prinzip „The winner takes it all“ alle Wahlmännerstimmen des Landes ergattern.

Aber auch die Demokraten haben einen Stachel im Fleisch: Die grüne Kandidatin Jill Stein, eine 66-jährige Kinderärztin aus Chicago, macht da weiter, wo der nach europäischen Standards klassische Sozialdemokrat Bernie Sanders nach der Vorwahl-Niederlage mit seinem Links-Kurs aufhören musste.

Sie fordert eine ökologische Ausrichtung der US-Politik, ein „Recht auf Arbeit“ mit einem Mindestlohn von 15 Dollar pro Stunde und sammelt unter dem Slogan „Jill not Hill“ (für Hillary) die Unzufriedenen im Demokraten-Lager ein: „Die Menschen sehnen sich nach einer Alternative“, verkündet sie, „und diese Alternative sind wir.“

Das Clinton-Camp fürchtet den „Ralph-Nader-Effekt“: Im Jahr 2000 hatte die Kandidatur des legendären Verbraucheranwalts Nader unter grüner Flagge den seinerzeitigen Bewerber der Demokraten Al Gore mutmaßlich den Sieg gegen George W. Bush gekostet.

Im großen Meer der Ratlosen und Unentschlossenen wollen aber auch noch zwei andere frühere Republikaner fischen: Gary Johnson und William Weld waren einst Gouverneure von New Mexico und Massachusetts und sehen ihre Chancen als Spitzenduo der „Libertären“ gar nicht schlecht: „Zwei ehemalige republikanische Gouverneure, die jeweils die Wiederwahl in eigentlich demokratischen Staaten geschafft haben, das spricht doch Bände“, findet Kandidat Johnson. Er gibt sich finanzpolitisch konservativ, sozialpolitisch liberal und außenpolitisch moderat. Clinton sei zu sehr dem großen Geld verpflichtet, Trump bescheinigt er, eine „Schraube locker“ zu haben. In einem Vierer-Rennen zwischen Trump, Clinton, Stein und ihm käme Johnson derzeit auf 7,5 Prozent; ohne Stein wären es sogar zwölf. Nichts ist sicher, diesmal.

Sex-Affäre um Clintons Vertraute

. Das Weiße Haus hat diverse Praktikantinnen kommen und gehen sehen. Huma Abedin ist vielleicht nicht die prominenteste, mit Sicherheit aber die einflussreichste von ihnen. Die 41-Jährige ist die wohl engste Vertraute von Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton. Ihr Wahlkampf steht und fällt mit den Ideen, der Wachsamkeit und inzwischen auch der Erfahrung Abedins.

Dass die in Michigan geborene und in Saudi-Arabien aufgewachsene Tochter eines indisch-pakistanischen Ehepaares nun wegen fortgesetzter Sex-Affären ihres Ehemannes in die Schlagzeilen gerät, ist ein Bruch in ihrer Karriere. Und womöglich in der Wahlkampagne Clintons. Der politische Gegner weiß genau, wie wichtig die hochdisziplinierte Abedin für Clinton ist – und schießt entsprechend scharf.

Abedins Ehemann Anthony Weiner, der Mann, der es nicht lassen kann, die Fotos seiner Unterhose samt Inhalt an weibliche Fans zu schicken, habe Zugang zu vertraulichen Informationen erhalten, mutmaßt Republikaner-Kandidat Donald Trump. Allerdings: Das Sicherheitsrisiko dürfte sich in Grenzen halten. Weiner, einst ein aufsteigender Stern bei den Demokraten und Kandidat für das Bürgermeisteramt in New York, hat sich längst selbst ins Abseits manövriert. Sein erster Skandal beendete seine Abgeordnetenkarriere, der zweite seine Ambitionen auf das Bürgermeisteramt in New York.

Nun hat die Frau die Reißleine in einer ungewöhnlichen Beziehung eines New Yorker Juden zu einer Muslima gezogen, um nicht den eigenen Berufsweg abzuschneiden. Lange hatte sie Loyalität gezeigt, doch diesmal hatte Weiner noch den schlafenden Sohn mit auf dem Selfie, das er an eine seiner Gespielinnen verschickte. Die Scheidung ist nur noch eine Frage der Zeit.

Dass Hillary Clinton ihre seit 20 Jahren treu dienende Vertraute allerdings fallen lässt, gilt als eher unwahrscheinlich. Seit sie 1996 als Praktikantin ins Weiße Haus kam, wurde sie der damaligen First Lady Clinton zugeteilt. Seitdem sind die beiden unzertrennlich. Im Falle eines Sieges Clintons am 8. November kann die 41-Jährige wohl mit einem Regierungsposten rechnen.

mw

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