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Durchbruch in der Aleppo-Schlacht?

Damaskus Durchbruch in der Aleppo-Schlacht?

Bis zu 300 000 Menschen sind in der früheren syrischen Metropole eingeschlossen. Jetzt verkünden Rebellen den Durchbruch der Belagerung.

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Setzen auf Sieg: Syrische Regierungstruppen patroullieren in diesem offiziellen Foto in der Stadt Aleppo.

Quelle: Fotos: Dpa, Söllner

Damaskus. Von den Minaretten schallen „Allahu Akbar“-Rufe. Die Menschen in der umkämpften Stadt Aleppo laufen vor Freude auf die Straße. Doch können sie sich wirklich freuen? Denn das Regime holt bereits zum Gegenschlag aus.

LN-Bild

Bis zu 300 000 Menschen sind in der früheren syrischen Metropole eingeschlossen. Jetzt verkünden Rebellen den Durchbruch der Belagerung.

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Mehrere syrische Rebellengruppen haben nach eigenen Angaben gestern die Belagerung Aleppos durchbrochen. Kämpfer seien im Südwesten der früheren syrischen Metropole vorgerückt und hätten sich mit Aufständischen aus dem eingekesselten Ostteil der Stadt zusammengetan. „Das beweist, dass wir die Belagerung durchbrochen haben“, sagte ein Kommandant des früheren Al-Kaida-Ablegers Dschabhat Fatah al-Scham der dpa am Samstag.

„Die Belagerung unserer Leute wurde gebrochen“, schrieb auch ein Sprecher der Gruppe Ahrar al-Scham auf Twitter. Es ist eine der größten Rebellengruppen, die an der Erstürmung Aleppos beteiligt ist.

Aktivisten in Aleppo berichteten von feiernden Bewohnern auf den Straßen der eingekesselten Viertel. Die Menschen seien trotz der Gefahr von Luftangriffen ins Freie gelaufen und hätten gerufen „Gott ist groß“ und „Unsere Rebellen werden uns retten“. Von den Moscheen erschallten Koranverse.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte die Berichte der Rebellengruppen. Sie wies aber darauf hin, dass es den Gruppen noch nicht gelungen sei, eine sichere Passage zwischen den Ost-Vierteln Aleppos und den von Rebellen kontrollierten Gebieten zu schaffen. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana berichtete hingegen von schweren Luftangriffen gegen die „Terroristen“. So bezeichnet das Regime von Machthaber Baschar al-Assad die Aufständischen. Demnach seien auch nachrückende Truppen und Versorgungskonvois getroffen worden. Tausende „Söldner“ hätten mit Hilfe von Autobomben die Soldaten angegriffen.

Vor gut drei Wochen hatten syrische Regierungstruppen und ihre Verbündeten die letzte Versorgungsroute in die von Rebellen gehaltenen östlichen Viertel Aleppos gekappt. Die UN schätzen, dass bis zu 300 000 Menschen eingekesselt sind. Ein Bündnis syrischer Rebellengruppen unter Führung von Islamisten versuchte seit einer Woche, die Belagerung zu durchbrechen.

Aleppo, diese ehemals wichtige Handelsmetropole im Norden Syriens, steht seit 2012 fast unter täglichem Beschuss. Viel ist nicht mehr übrig von der Schönheit der Stadt, die aufgeteilt ist zwischen den Regierungstruppen im Westen und den Islamisten im Osten. Dass es unter den Assad-Gegnern noch „moderate Rebellen“ gibt, glaubt Lüders nicht: „Wir sind ein bisschen in der westlichen Wahrnehmung Opfer unserer eigenen Glaubensinhalte. Es war immer die Rede von einer gemäßigten syrischen Opposition, die auch in Syrien kämpfen würde. Das mag am Anfang auch so der Fall gewesen sein, ist aber seit Jahren nicht mehr so.“ Vor kurzem kappte das syrische Militär die letzte Versorgungsroute der Aufständischen. Internationale Hilfsorganisationen befürchteten eine humanitäre Katastrophe.

„Wir haben nichts mehr zu verlieren“, sagt der 60-jährige Abu Sakaria, dessen zwei Söhne bei den Rebellen kämpfen. „Das Regime versucht mit allen Mitteln, dass wir aufgeben. Und wenn sie uns hier verhungern lassen.“ „Die Menschen leben von dem, was sie gehortet haben“, erzählt der 32-jährige Abdullah. „Einige haben noch Reis und Bulgur, auf dem Markt kann man noch Minze und Petersilie kaufen, weil das in der Stadt angebaut wurde.“ Dennoch will Abdullah die Stadt nicht verlassen. Er habe überlegt, ob er Frau und Kinder aus der Stadt schaffen solle. Ihm sei aber gesagt worden, dass Scharfschützen des Regimes die Korridore im Blick hielten.

Der Direktor des Zentrums für Nahost-Studien an der Universität von Oklahoma, Joshua Landis, sieht den Ausgang der Kämpfe in Aleppo auch als entscheidend für den weiteren Verlauf des Krieges in ganz Syrien. Wer Aleppo kontrolliert, hat auch die kompletten Verbindungswege zwischen türkischer Grenze und Jordanien in der Hand und beherrscht die vier größten Städte des Landes. Den Islamisten könnte der Nachschub abgedreht werden, die IS-„Hauptstadt“ Rakka könnte nächstes Ziel werden. Dass der Bürgerkrieg aber damit endet, mag Landis nicht glauben: „Es gibt sehr, sehr viele Akteure, die dieses nicht wollen.“ Die Saudis wollten Assads Sturz, um dessen Schutzmacht Iran zu schwächen – wie auch die Israelis, denen Saudis und IS weniger bedrohlich erschienen als der Iran. Die USA stützten verschiedenste Rebellentruppen, die sich teilweise untereinander bekämpften, und die Türken wollten weiter die Kurden im Norden Syriens schwächen.

Die belagerte Stadt

Als größte Stadt des Landes besitzt Aleppo im syrischen Bürgerkrieg einen hohen strategischen und symbolischen Wert. Einst lebten hier mehr als zwei Millionen Menschen. Die Altstadt mit ihrer Zitadelle gehört zum Unesco-Weltkulturerbe. Nach jahrelangem Krieg ist nicht nur dieses Bauwerk stark zerstört. In der am heftigsten umkämpften Stadt in Syrien haben im Juli Regimeeinheiten mit russischer Luftunterstützung die letzte Versorgungsroute in die Stadt gekappt und bis zu 300 000 Menschen von der Außenwelt abgeschnitten. Eine vollständige Eroberung Aleppos könnte ein Wendepunkt in dem verheerenden Bürgerkrieg werden.

LN

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