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Politik im Rest der Welt Echo auf Pakt mit Türkei zu Flüchtlingen zweigeteilt
Nachrichten Politik Politik im Rest der Welt Echo auf Pakt mit Türkei zu Flüchtlingen zweigeteilt
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22:14 19.03.2016

Hoffnung und Kritik gleichermaßen gibt es europaweit nach dem Flüchtlingspakt zwischen der EU und der Türkei, nach dem Flüchtlinge, die illegal nach Griechenland übersetzen, künftig in die Türkei zurückgeschickt werden können.

„Zum ersten Mal in dieser Krise haben wir meiner Meinung nach einen Plan, der, wenn man ihn richtig und in vollem Umfang umsetzt, etwas bewirken könnte“, sagte der britische Premierminister David Cameron. Die Vereinbarung könne das Geschäftsmodell der Menschenschlepper sprengen. Ähnlich äußerte sich der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte. „Dies ist ein wichtiger Schritt, um die gefährliche und ungeregelte Überfahrt zwischen der Türkei und Griechenland zu beenden.“

Italiens Außenminister Paolo Gentiloni lobte, das Abkommen bedeute „einige Schritte nach vorn“. Zurückhaltender zeigte sich Litauens Präsidentin Dalia Grybauskaite. Es handele sich noch immer um eine „Teillösung“, die es wie viele andere noch umzusetzen gelte.

Auch Kritiker einer Verteilung von Flüchtlingen über die EU-Staaten zeigten sich zufrieden. Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban sprach von einem politischen Erfolg.

Allerdings gab es auch Kritik an der Vereinbarung der 28 EU- Staats- und Regierungschefs mit dem türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu. Europa verhandele über Werte, die vorher selbstverständlich gewesen seien, sagte die Präsidentin des italienischen Abgeordnetenhauses, Laura Boldrini. „Europa war ein moralischer Kompass und heute steht diese Rolle zur Diskussion.“

Amnesty kritisierte die Gipfelbeschlüsse als rechtswidrig. „Die Türkei ist für Flüchtlinge und Migranten kein sicheres Land, und jeder Rückführungsprozess, der darauf basiert, ist fehlerhaft, illegal und unmoralisch“, teilte die Menschenrechtsorganisation mit. Loris De Filippi, Präsident von Ärzte ohne Grenzen Italien, warf den Politikern vor, sie hätten „komplett den Kontakt zur Realität verloren“. Die Vereinbarung sei zynisch.

Die UN forderten die Türkei und die EU auf, bei der Umsetzung ihrer Vereinbarungen das Grundrecht auf Asyl weiterhin zu gewährleisten. Dazu gehöre das Recht, gegen Entscheidungen Berufung einzulegen.

Nach der Einigung in Brüssel rückten nun mögliche neue Flüchtlingsrouten ins Visier. „Wir müssen alternative Routen, vor allem die Mittelmeerroute, so schnell wie möglich schließen, bevor das Wetter besser wird“, sagte Österreichs Außenminister Sebastian Kurz einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ zufolge. Demnach wachse in der EU die Sorge, dass mit Beginn des Frühlings Hunderttausende Flüchtlinge die geschlossene Balkanroute umgehen und sich über das Mittelmeer auf den Weg nach Europa machen.

LN

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