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Politik im Rest der Welt Ein Land hasst den „Anwalt der Schurken“
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23:16 26.03.2016
Sven Mary arbeitete auch für Jean-Paul Belmondo.

Seine Kanzlei hat er schließen müssen. Das Telefon nimmt niemand mehr ab: Sven Mary, 43 Jahre alt und einer der besten Strafverteidiger Belgiens, hat den wohl schwierigsten Job seiner Karriere übernommen. Er verteidigt Salah Abdeslam, dem eine Beteiligung an den Pariser Anschlägen vorgeworfen wird. „Die Attentate von Paris haben mich angewidert und ich habe meine persönliche Meinung dazu“, sagte er. „Aber mein Auftrag ist es, Menschen zu verteidigen, die mich darum bitten.“

Genau das hat Abdeslam getan — schon vor einigen Wochen. Da waren nämlich in der Kanzlei Marys „Männer“ aufgetaucht, die ihn gefragt haben, ob er unter Umständen den Terroristen vertreten würde. Ihre Identität kenne er nicht. Die Frage, wer sein Honorar am Ende trägt, wurde offenbar auch nicht gestellt.

Mary setzt sich gerne in die Nesseln. Zu seinen Klienten gehörten unter anderem der Islamist Fouad Belkazem, der mit seiner Organisation „Sharia4Belgium“ Hunderte junger Menschen für den Dschihad rekrutierte, und Michel Lelièvre, der als rechte Hand des Sexualstraftäters und Kindermörders Marc Dutroux gilt.

Marty spielte als Jugendlicher Fußball beim RSC Anderlecht, entschied sich für das Jurastudium mit Schwerpunkt auf das Strafrecht. Dass er darin gut ist, bezweifelt niemand. Trotzdem sind seine Spitznamen wenig schmeichelhaft. „Anwalt der Schurken“ und „Pitbull“ wird er in Belgien genannt. Wie sehr er gehasst wird, bekommt er jeden Tag schriftlich — in zahllosen E-mails, in denen er wüst beschimpft wird. dre

LN

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