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Politik im Rest der Welt Ein Secondhand-Flieger für die Kanzlerin
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18:10 28.07.2018
Bei Lufthansa wird der neue Jet der Kanzlerin derzeit umgebaut.
Hamburg

In der Werft der Lufthansa Technik am Hamburger Flughafen wird seit eineinhalb Jahren der Airbus A 321 für die Regierung aufgemöbelt. Derzeit laufen Tests. Ende August soll die zivile Zulassung vorliegen, im September wird der Jet an die Bundeswehr übergeben.

Mit dem A 321 erhält die Kanzlerin einen Secondhand-Flieger. Die Maschine gehörte seit dem Jahr 2000 zur Flotte der Lufthansa. Noch ist die neue Lackierung mit dem Schriftzug „Bundesrepublik Deutschland“ und den Nationalfarben nicht aufgetragen, das ist einer der letzten Umbauschritte.

Warum ein gebrauchtes Flugzeug? „Das ist kostengünstiger und damit besser für den Steuerzahler“, sagt Hauptmann Dieter Brakonier, der das Projekt für das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr betreut. Genaue Zahlen werden nicht genannt, aber ein dreistelliger Millionenbetrag dürfte für die neue Regierungsmaschine allemal fällig werden.

Die Spezialisten bei der Lufthansa Technik haben den Airbus vollständig überholt und modernisiert, das zulässige Startgewicht um vier Tonnen erhöht und den Innenraum komplett neu ausgestattet. „Die Maschine enthält rund 180 Modifikationen, die zum Teil einzeln zugelassen werden müssen“, erläutert Pries. Das erklärt auch die lange Liegezeit in der Werft.

Für die Lufthansa Technik ist ein Regierungsflieger nicht gerade Routine – aber auch nichts Neues. Die Hamburger Werft ist führend bei der Ausstattung von VIP-Flugzeugen für reiche Geschäftsleute, Unternehmen und Regierungen, auch betreut sie seit jeher die Maschinen der Flugbereitschaft.

Der Regierungsflieger wird künftig bis zu 84 Passagiere befördern, davon 14 im vorderen VIP-Bereich, wo Kanzlerin oder Minister mit ihren engsten Mitarbeitern sitzen. 70 Plätze sind für die offizielle Delegation, Sicherheitsbeamte vom Bundeskriminalamt, Journalisten und Gäste aus Wirtschaft, Kultur oder anderen gesellschaftlichen Bereichen vorgesehen.

Damit ist die Platzaufteilung recht geräumig. Als reguläre Linienmaschine befördert ein A 321 in der Regel rund 200 Fluggäste. Luxus aber gibt es nicht; die Bestuhlung im Delegationsbereich entspricht der Klasse Economy plus. Es gibt – im Gegensatz zu anderen Regierungsfliegern – noch nicht einmal eine Dusche. Gedacht ist die Maschine mit einer Reichweite von rund 5000 Kilometern vor allem für den Einsatz im europäischen Raum, doch Nordamerika wäre ebenfalls noch erreichbar. Eine Namens-Idee gibt es auch schon: Hans-Dietrich Genscher, der in seinen 18 Jahren als Außenminister besonders viel unterwegs war. Es ist aber noch unklar, ob der Vorschlag realisiert wird.

LN

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