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Politik im Rest der Welt Ein Todesopfer bei neuem Bombenanschlag in China
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20:15 06.11.2013
Peking

Neun Tage nach einem „Terrorakt“ im Zentrum Pekings ist China gestern erneut von einem tödlichen Anschlag erschüttert worden. In Taiyuan, Hauptstadt der nördlichen Provinz Shanxi, wurde bei der Explosion von insgesamt acht Sprengsätzen vor dem örtlichen Hauptquartier der Kommunistischen Partei ein Mensch getötet.

Nach Angaben der Staatsmedien wurden rund 20 Fahrzeuge im Umkreis von hundert Metern durch die heftigen Explosionen beschädigt. Die „selbstgebastelten Bomben“ seien mit Kugeln gefüllt gewesen, um größeren Schaden anzurichten. Einige der Sprengsätze sollen in einem Blumenbeet vor dem Eingang des Parteigebäudes explodiert sein. Das Medienunternehmen Caixin berichtete unter Berufung auf die Polizei, ein Mensch sei getötet, einer schwer und sieben weitere leicht verletzt worden.

Auf dem Kurzbotschaftendienst Sina Weibo veröffentlichten Nutzer Fotos von Feuerwehrfahrzeugen auf einer Straße, die für den Verkehr gesperrt war. Andere Bilder zeigten eine graue Rauchsäule, durchlöcherte Autotüren sowie zerschmetterte Glasscheiben und andere Trümmer auf den Straßen. Wie in China üblich, wurden viele der Bilder und Kommentare zu dem Vorfall von der Staatszensur umgehend gelöscht.

Laut Caixin kam die Führung der Provinz Shanxi zu einer Krisensitzung zusammen. Unzufriedene Bürger hatten in den vergangenen Jahren wiederholt zu gewaltsamen Protestaktionen gegriffen, um ihren Anliegen Gehör zu verschaffen. In China gibt es Schätzungen zufolge jedes Jahr mehr als 180 000 Protestkundgebungen wegen Korruption, Enteignungen, Arbeitskonflikten und Umweltproblemen. In dem Ein-Parteien-Staat ist es für Bürger oft schwer, sich bei den Behörden mit ihren Beschwerden Gehör zu verschaffen oder bei Klagen gegen die Staatsorgane Recht zu erhalten. Politische Gewalt ist jedoch selten in China. Allerdings hatte es vergangene Woche auf dem symbolträchtigen Tiananmen-Platz im Zentrum Pekings einen tödlichen Zwischenfall gegeben. Bei dem von den Behörden als „Terrorakt“

bezeichneten Vorfall war ein mit Benzinkanistern beladener Geländewagen in eine Menschenmenge vor der Verbotenen Stadt gerast und in Flammen aufgegangen. Neben den drei Insassen waren zwei Touristen getötet und Dutzende weitere Menschen verletzt worden. Die Sicherheitsbehörden machten damals Angehörige der muslimischen Minderheit der Uiguren aus Xinjiang verantwortlich.

LN

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