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Politik im Rest der Welt ElBaradei ist Chef der Ägyptischen Übergangsregierung
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21:21 06.07.2013
Friedensnobelpreisträger Mohamed ElBaradei (71) soll den Wandel in Ägypten vorantreiben.

Drei Tage nach dem politischen Umsturz in Ägypten ist der Friedensnobelpreisträger Mohammed ElBaradei zum Chef einer Übergangsregierung in Ägypten ernannt worden. Das erklärte gestern die Tamarrod-Bewegung, die maßgeblich an den Protesten gegen den am Mittwoch entmachteten islamistischen Staatschef Mohammed Mursi beteiligt war.

Nach Angaben aus Armeekreisen sollte ElBaradei noch am Abend vereidigt werden. Die amtliche Nachrichtenagentur Mena meldete, der ehemalige Chef der Internationalen Atomenergiebehörde habe gestern Interimspräsident Adli Mansur getroffen. Die ägyptische Armee hatte Mansur als Übergangspräsident eingesetzt, nachdem sie Mursi entmachtet hatte. ElBaradei war nach jahrzehntelanger diplomatischer Tätigkeit im Ausland ein Jahr vor dem Sturz des ägyptischen Machthabers Husni Mubarak im Februar 2011 in seine Heimat zurückgekehrt und hatte sich für einen demokratischen Wandel in dem nordafrikanischen Land stark gemacht.

Zuvor hatte es gestern erneut Chaos und Gewalt gegeben. Anhänger und Gegner des gestürzten Präsidenten lieferten sich blutige Straßenschlachten mit Toten und Verletzten. Auf dem zentralen Tahrir-Platz bewarfen sie sich mit Pflastersteinen und gingen mit Stöcken, Brandsätzen und Feuerwerkskörpern aufeinander los. Bei den Massenprotesten nach den Freitagsgebeten starben nach staatlichen Angaben mindestens 36 Menschen, davon 16 durch Schüsse. Mehr als 1100 weitere wurden verletzt.

Mursis Anhänger wollen nach eigenem Bekunden so lange mobil machen, bis ihr gestürzter Präsident wieder im Amt ist. Eine Beteiligung an einer künftigen, von Mansur zu bildenden Übergangsregierung lehnen sie ab.

Verschärfte Reisewarnung
Das Auswärtige Amt hat seine Reisehinweise für Ägypten gestern deutlich verschärft. Auf der Internet-Seite des Ministeriums heißt es nun wörtlich: „Von Reisen nach Ägypten wird in der aktuellen Lage vor dem Hintergrund der sehr volatilen Sicherheitslage dringend abgeraten.“ Ausgenommen davon sind nur Nil-Kreuzfahrten sowie Reisen in die Touristengebiete am Roten Meer sowie nach Luxor und Assuan. Auch der Transit über den Flughafen Kairo gilt als sicher. Hingegen wird vor Reisen ins ägyptisch-israelische Grenzgebiet sowie in den Nordsinai nun sogar ausdrücklich gewarnt.

Grundsätzlich empfiehlt das Außenministerium allen Ägypten-Touristen, die Nachrichten genau zu verfolgen und Menschenansammlungen zu meiden.

LN

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