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Ende der Klimakonferenz: arme Länder wollen Kohle-Ausstieg

«Marrakesch-Vision» Ende der Klimakonferenz: arme Länder wollen Kohle-Ausstieg

Die Erde wird wärmer und wärmer. Ein wichtiger Grund ist die Nutzung von Kohle. Dutzende Entwickungsländer wollen fossilen Brennstoffen nun eine Absage erteilen. Doch jenseits solcher Initiativen war die Klimakonferenz von Marrakesch vor allem echte Kleinarbeit.

Marrakesch. Zum Ende der Weltklimakonferenz in Marrakesch haben Dutzende arme Staaten den Abschied von Kohle, Öl und Gas angekündigt. Insgesamt 48 Länder wollen so schnell wie möglich in der heimischen Energieerzeugung ganz auf erneuerbare Quellen wie Wind und Sonne umschwenken.

Die Unterzeichner verpflichteten sich dazu am Freitag mit einer gemeinsamen Erklärung, der „Marrakesch-Vision“. In den eigentlichen Verhandlungen, die am späten Nachmittag noch andauerten, rangen Klimadiplomaten derweil um letzte Details. Erwartet wurden Gespräche bis weit in den Abend.

Die Konferenz sollte die Umsetzung des historischen Paris-Abkommens auf den Weg bringen. Umstritten waren etwa Vorentscheidungen zur Zukunft des so genannten Anpassungsfonds. Er soll armen Ländern helfen, sich auf Folgen der teils schon unvermeidlichen Erderwärmung einzustellen. Wichtig ist er vor allem Entwicklungsländern, die besonders unter Dürren, Stürmen oder Sturmfluten leiden.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks zeigte sich bereits am Nachmittag zufrieden. Das Gipfeltreffen habe „geliefert und unsere Erwartungen erfüllt“, sagte die SPD-Politikerin. Es habe gezeigt, dass die Entwicklung zu einer klimafreundlichen Welt nicht mehr zu stoppen sei.

Nicht nur das Engagement der Staaten, sondern auch von Städten, Regionen, Unternehmen und der Zivilgesellschaft mache das jährliche Treffen der Klimadiplomaten „mehr und mehr zu einer konkreten Tatenkonferenz“, sagte Hendricks.

Michael Müller, Bundesvorsitzender der Naturfreunde Deutschland, war weniger zuversichtlich. Viele Fragen seien nach dem Spitzentreffen weiter offen. „Die Rollen wichtiger Akteure sind unklarer denn je. Wie geht es unter Donald Trump in den USA, immerhin der zweitgrößte Emittent von Treibhausgasen, weiter?“, fragte er. Der künftige US-Präsident hatte im Wahlkampf unter anderem einen Ausstieg seines Landes aus dem Pariser Klimaabkommen ins Spiel gebracht.

Viel Zuspruch von Umweltschützern gab es aber für die Initiative der Entwicklungsländer zum Abschied von fossilen Brennstoffen. Die meisten der Unterzeichnerstaaten gehören zur Koalition jener Länder, die besonders von der Erderwärmung betroffen sind („Climate Vulnerable Forum“, CVF). Die 48 Länder stoßen derzeit nach Angaben von Greenpeace gemeinsam so viel Treibhausgase aus wie Russland, der fünftgrößte CO2-Produzent der Welt. Sie wollen die heimische Energieerzeugung komplett auf erneuerbare Quellen umstellen.

Kritik an Deutschland kam von Martin Kaiser, Geschäftsführer von Greenpeace Deutschland: „Es ist ein Armutszeugnis, dass Deutschland beim Kohleausstieg inzwischen von immer mehr Ländern überholt wird. Die Bundesregierung darf diese wichtige Entscheidung nicht länger verschleppen, sie muss jetzt einen sozialverträglichen Ausstieg aus der Kohle bis spätestens 2030 umsetzen.“

Um den deutschen Plan war lange gerungen worden. Deutschland will demnach seinen Ausstoß von Treibhausgasen bis zum Jahr 2050 um 80 bis 95 Prozent reduzieren - ein verbindliches Klimaschutzgesetz ist der Plan aber nicht. Umwelt-Staatssekretär Jochen Flasbarth von der deutschen Delegation in Marrakesch betonte hingegen, der Kohleausstieg komme auch in Deutschland: „Dass wir das am Ende machen, daran kann doch überhaupt kein Zweifel bestehen. Und vielleicht müssen wir das ein bisschen schneller machen, als der eine oder andere denkt.“

dpa

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