Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Politik im Rest der Welt Erneut Unklarheit über Schiff mit Flüchtlingen im Mittelmeer
Nachrichten Politik Politik im Rest der Welt Erneut Unklarheit über Schiff mit Flüchtlingen im Mittelmeer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:43 14.06.2018
Italien hatte der „Aquarius“ von der SOS Méditérranée mit Hunderten erschöpften Migranten an Bord die Einfahrt in einen Hafen verwehrt. Quelle: Kenny Karpov/sos Mediterranee

Rom (dpa) - Nach der Abweisung der „Aquarius“ in Italien sitzen erneut viele gerettete Migranten auf einem Schiff im Mittelmeer fest. Das US-Marineschiff „Trenton“ habe mehr als 40 Überlebende und 12 Tote eines Flüchtlingsunglücks an Bord und warte immer noch auf eine Anweisung, wohin diese gebracht werden könnten, erklärte die deutsche Hilfsorganisation Sea-Watch am Mittwochabend.

Sea-Watch war am Dienstag zu dem Marineschiff gerufen worden und kreuzt in der Gegend. Bisher gebe es keine Zuweisung für einen sicheren Hafen für die Migranten.

Eine Sprecherin der US-Navy erklärte, dass man derzeit mit den „internationalen Partnern“ in Verhandlungen über das weitere Vorgehen stehe.

Italiens neue populistische Regierung will privaten Seenotrettern die Hafeneinfahrt verwehren, wie das zuletzt mit dem Rettungsschiff „Aquarius“ geschehen ist. Dieses war zwei Tage mit mehr als 600 Migranten an Bord auf See blockiert worden und ist mittlerweile mit noch 106 Geretteten an Bord auf dem Weg nach Spanien, weil die dortige Regierung Einfahrt gewährt hatte.

Sea-Watch twitterte, man hoffe, dass das US-Marineschiff mit den Flüchtlingen im Gegensatz zu privaten Seenotrettern in Italien anlegen dürfe. Erst am Mittwoch hatte beispielsweise ein Schiff der italienischen Küstenwache mit mehr als 900 Migranten in Italien angelegt.

Der Sprecher der Internationalen Organisation für Migration (IOM), Flavio Di Giacomo, kritisierte den Schwebezustand. „Diese Situation muss gelöst werden. Überlebende von Schiffsunglücken sind extrem verwundbar, traumatisiert und brauchen unbedingt sofortige Hilfe. Zu lange zu warten ist keine Option.“

Die Überfahrt der „Aquarius“ erschwerten unterdessen meterhohe Wellen und schlechtes Wetter. „Viele Leute an Bord sind seekrank und sehr erschöpft“, sagte Aloys Vimard, Projektleiter von Ärzte ohne Grenzen auf dem Schiff, der Deutschen Presse-Agentur am späten Mittwochabend. Die „Aquarius“ steuere Richtung Sardinien und soll am Samstagabend in Valencia anlanden. Die Wellen seien bis zu vier Meter hoch, und das Wetter solle weiter schlecht bleiben.

Neben dem Schiff der Hilfsorganisation SOS Mediterranee sind zwei italienische Schiffe der Küstenwache und der Marine auf dem Weg nach Spanien - die hatten von der „Aquarius“ mehr als 520 Migranten übernommen, um die Sicherheit bei der Überfahrt zu gewährleisten.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Israel soll die Gewalt gegen Demonstranten im Gaza-Streifen einstellen. Das fordern die vereinten Nationen per Resolution. Ein entsprechender Antrag zur Verurteilung der Hamas scheiterte.

14.06.2018

Die Suche nach einer Lösung im Asylstreit geht weiter: Kanzlerin Angela Merkel und Innenminister Horst Seehofer haben bei Beratungen am Abend noch keinen Durchbruch erzielt.

14.06.2018

Vor der KMK-Konferenz fordern die Bundesländer vom Bund mehr Mitsprache in Kulturfragen. Sachsens Amtschefin Eva-Maria Stange (SPD) verlangt eine Behandlung „auf Augenhöhe“ und eine eigene Organisationsstruktur in Sachen Kultur.

14.06.2018