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Politik im Rest der Welt Erstickt im Laderaum? Mehr als 40 Flüchtlinge tot
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20:10 15.08.2015
Rom

Bei einem neuen Flüchtlingsdrama im Mittelmeer sind gestern nach Angaben der italienischen Marine mindestens 40 Menschen ums Leben gekommen. 319 Menschen konnten von dem völlig überladenen Fischerboot zwischen der libyschen Küste und der Insel Lampedusa gerettet werden, etwa 40 erstickten offenbar im Laderaum, wie Marinekapitän Massimo Tozzi sagte.

„Wir haben eine erschütternde Szene miterlebt“, sagte Tozzi. „Zahlreiche Leichen trieben an der Oberfläche, zwischen menschlichen Exkrementen und Treibstoff.“ Ein Hubschrauber der Marine hatte das Boot gegen 7 Uhr südlich von Lampedusa entdeckt. Gegen Mittag traf Tozzis Patrouillenboot „Cigala Fulgosi“ ein. Einer Journalistin des Senders RaiNews zufolge, die sich im Koordinierungszentrum der Marine in Rom aufhielt, fing das Boot schon an unterzugehen, als die Retter eintrafen.

Nach Angaben von Überlebenden, die in den vergangenen Wochen die Überfahrt geschafft haben, pferchen die Schlepper stets diejenigen im Laderaum zusammen, die am wenigsten bezahlen — meistens Flüchtlinge aus Ländern südlich der Sahara. Für sie ist die Gefahr besonders hoch, an Sauerstoffmangel oder den Treibstoffabgasen zu ersticken oder zu ertrinken, wenn Wasser in das Schiff eindringt. Oft hindern andere Passagiere oder Schlepper die Menschen im Laderaum mit Gewalt daran, an Deck zu klettern.

„Diese Tragödie wird nicht die letzte sein, wenn die Staatengemeinschaft keine Lösung für die Krise in Libyen findet“, erklärte Italiens Innenminister Angelino Alfano. Wegen des Chaos' in dem nordafrikanischen Land können Schlepperboote von dort nahezu ungestört Richtung Europa aufbrechen.

Vergangene Woche war ein Flüchtlingsboot mit mindestens 600 Menschen an Bord vor der libyschen Küste gesunken. Mehr als 200 Menschen starben.

Die Internationale Organisation für Migration hat 2015 schon 2300 Todesopfer im Mittelmeer gezählt.

LN

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