Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Politik im Rest der Welt Ex-Leiter der Pfullendorfer Kaserne attackiert von der Leyen
Nachrichten Politik Politik im Rest der Welt Ex-Leiter der Pfullendorfer Kaserne attackiert von der Leyen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:52 08.06.2017
Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen vor Beginn der Sitzung des Bundeskabinetts im Kanzleramt. Quelle: Michael Kappeler
Anzeige
Berlin

Der ehemalige Standortkommandeur der wegen Missständen in die Schlagzeilen geratenen Bundeswehrkaserne in Pfullendorf erhebt schwere Vorwürfe gegen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen.

„Ich fühle mich als Bauernopfer. Ich habe richtig gehandelt und wurde trotzdem zur Rechenschaft gezogen“, sagte Oberst Thomas Schmidt der „Bild“-Zeitung.

Er war versetzt worden, nachdem Berichte über entwürdigende Aufnahmerituale, sexuelle Nötigung, Mobbing, Misshandlungen und Demütigungen in dem Standort in Baden-Württemberg publik geworden waren. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen zu einem Teil der Vorwürfe inzwischen eingestellt.

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums hatte am Mittwoch zu den Zuständen in der Kaserne Pfullendorf gesagt, dort seien „gravierende Defizite in Führung, Ausbildung, Erziehung sowie Dienstaufsicht festzustellen“. Es gehe um eine Aufarbeitung der Verstöße gegen die Grundsätze der inneren Führung. So habe es in Pfullendorf entwürdigende Aufnahmerituale und Ausbildungspraktiken vor dem Hintergrund eines frauenfeindlichen Klimas gegeben.

Der frühere Pfullendorfer Standortkommandeur kritisierte von der Leyen: „Ich hätte erwartet, dass mein oberster Dienstherr sich aus Fürsorgegründen vor mich stellt. Die Ministerin als oberste Verantwortliche hat mich nach meinem Gefühl hier im Stich gelassen.“ Der Offizier sagte zu der Art und Weise, wie er behandelt wurde: „Das löst Wut aus. Ich fühle mich missbraucht für etwas, das ich nicht zu verantworten oder verursacht habe. Es verletzt mich zutiefst.“ Von seiner Versetzung habe er aus den Medien erfahren.

Die Staatsanwaltschaft Hechingen ermittelt noch gegen sieben ehemalige Soldaten aus Pfullendorf. Gegen einen weiteren Soldaten im Rang eines Majors hat der Dienstherr nach einem Bericht der „Heilbronner Stimme“ (Donnerstag) eine Disziplinarbuße in Höhe von 450 Euro wegen mangelhafter Dienstaufsicht verhängt.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Überraschungsbesuch in Libyen: Sigmar Gabriel reiste am Donnerstag in den nordafrikanischen Krisenstaat. Im Gepäck hatte der Außenminister eine Zusage über weitere finanzielle Flüchtlingshilfe. Die Zustände in den Flüchtlingslagern Libyens gelten als katastrophal. Von dort aus gelangt ein Großteil der Menschen aus Afrika über das Mittelmeer nach Europa.

08.06.2017

Die Wahllokale in Großbritannien sind geöffnet. Am Wahltag liegt die Konservative Partei von Premierministerin Theresa May in den Umfragen weiter vorn, der Abstand zu Labour verringert sich aber.

08.06.2017

Er soll neuer FBI-Chef werden – und hat wohl auch Verbindungen zu Russland. Die Kanzlei von Christopher Wray, den US-Präsident Trump für den Chefposten der Bundesbehörde nominiert hat, soll den russischen Ölkonzern Rosneft beraten haben.

08.06.2017
Anzeige