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Politik im Rest der Welt Experten: Vorsicht vor defekten Implantaten
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02:16 19.09.2013

Der Bremer Gesundheitsforscher Gerd Glaeske hat eindringlich vor den Risiken von Medizinprodukten wie Implantaten, Herzschrittmachern, Stents oder künstlichen Gelenken gewarnt. Es sei nicht akzeptabel, dass bei den meisten dieser Geräte nach wie vor eine Selbsterklärung des Herstellers ausreiche, um ein Zertifikat zu bekommen und das Produkt auf den Markt zu bringen. „Nicht die Qualität, sondern die Marktmacht des Anbieters bestimmt, was der Patient bekommt“, kritisierte Glaeske bei der Vorstellung des Heil- und Hilfsmittelreports der Barmer GEK gestern in Berlin. „Es sind nicht Einzelfälle, es sind Tausende, die unter fehlerhaften Geräten leiden“, sagte er.

Rolf-Ulrich Schlenker, Vize-Vorsitzender der Krankenkasse, forderte ein einheitliches europaweites Zulassungsverfahren für Medizinprodukte. Derzeit wird in Brüssel über eine entsprechende Rechtsverordnung beraten. Anlass ist unter anderem der Brustimplantate-Skandal vor drei Jahren in Frankreich, der auch Patientinnen in Deutschland betraf.

Reformbedarf gibt es nach Ansicht von Glaeske und Schlenker nicht nur bei der Zulassung lebenswichtiger Medizinprodukte, die sogenannten Risiko-Klassen zugeordnet sind. Auch bei Hilfsmitteln wie Gehilfen und Hörgeräten gebe es eine ungesunde Dominanz der Anbieter zu Lasten der Patienten. Es fehle eine Transparenz bei den Preisen, sagte Glaeske. „Wir brauchen eine Nutzenbewertung und Vergleichsprüfung von Geräten“. Bei Arzneimitteln gebe es mittlerweile eine Art Warentest; bei Hilfsmitteln sei dies überfällig.

Gabi Stief

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