Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Politik im Rest der Welt Fillon und Juppé ringen um Präsidentschaftskandidatur
Nachrichten Politik Politik im Rest der Welt Fillon und Juppé ringen um Präsidentschaftskandidatur
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:42 21.11.2016
Anzeige
Paris

Die beiden früheren Premierminister François Fillon und Alain Juppé stehen in der Stichwahl um die Präsidentschaftskandidatur der französischen Konservativen.

Die Politiker setzten sich in der Vorwahl des bürgerlichen Lagers gegen Ex-Präsident Nicolas Sarkozy durch, der seinen Abschied aus der Politik einläutete. „Es ist Zeit für mich, ein Leben mit mehr privater und weniger öffentlicher Leidenschaft zu beginnen“, sagte Sarkozy.

Der erste Wahlgang wurde zum Triumph für Fillon, der nach Auszählung des Großteils der Wahllokale am frühen Montagmorgen mit gut 44 Prozent der Stimmen klar vorn lag. „Eine mächtige Dynamik hat sich in Gang gesetzt“, sagte er. Der lange als Favorit gehandelte Juppé kam auf 28 Prozent, Sarkozy auf knapp 21 Prozent. Die vier weiteren Bewerber blieben weit abgeschlagen. Die entscheidende Stichwahl findet am kommenden Sonntag statt.

Frankreichs bürgerliche Rechte kürt ihren Kandidaten zum ersten Mal mit offenen Abstimmungen, an denen alle Anhänger teilnehmen können. Dem Sieger werden gute Chancen für die Präsidentschaftswahl im kommenden Frühjahr ausgerechnet.

Umfragen lassen derzeit ein Duell zwischen der Front-National-Chefin Marine Le Pen und dem konservativen Bewerber erwarten - die Vorwahl ist damit eine wichtige Weichenstellung. Ob der schwer angeschlagene sozialistische Amtsinhaber François Hollande noch einmal antritt, ist noch unklar.

Über Monate hinweg hatten Umfragen ein Duell zwischen Juppé und Sarkozy vorhergesagt. Erst in den Wochen vor der Wahl hatte Fillon zu einer überraschenden Aufholjagd angesetzt. Der 62-jährige will Frankreich liberale Wirtschaftsreformen verordnen, damit das Land wieder wettbewerbsfähiger wird. Während Fillon eher eine konservative Kernklientel anspricht, zielt Juppé (71) mit seiner gemäßigteren Linie auch auf Wähler aus der Mitte. „Ich werde den Kampf fortsetzen“, sagte er vor seinen Anhängern.

Sarkozy versprach, den Sieger der Stichwahl zu unterstützen. Er selbst werde für Fillon stimmen, kündigte der Ex-Präsident (2007 bis 2012) an. Er rief seine Wähler auf, „niemals den Weg der Extreme zu wählen“ - eine klare Warnung vor der Front National.

Die Beteiligung an der Vorwahl fiel hoch aus, nach französischen Medienberichten bildeten sich in vielen Wahllokalen lange Schlangen.

Abstimmen konnte jeder Franzose, der im Wählerregister steht, zwei Euro Kostenbeteiligung zahlte und sich per Unterschrift zu den Werten der bürgerlichen Rechten bekannte. Im Vorfeld hatte es Diskussionen gegeben, inwieweit auch linke Wähler oder Anhänger der Front National abstimmen könnten, um das Ergebnis in ihrem Sinne zu beeinflussen.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Vogelgrippe breitet sich immer weiter in Deutschland aus. Mittlerweile sei der hochansteckende Erreger H5N8 bei Wildvögeln in elf Bundesländern nachgewiesen, ...

21.11.2016

Die SPD will Ende Januar entscheiden, wer als Kanzlerkandidat gegen Amtsinhaberin und CDU-Chefin Angela Merkel ins Rennen geht.

21.11.2016

Deutschland wird sein Klimaschutz-Ziel für 2020 laut einer aktuellen Studie nicht erreichen.

21.11.2016
Anzeige