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Politik im Rest der Welt Folgt Steinmeier auf Platzeck?
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23:10 26.06.2013
Matthias Platzeck (l.) und Frank- Walter Steinmeier.
Berlin

Spekulationen um die Zukunft von SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier lenken den Blick auf den Zustand der einst gefeierten SPD-Troika. Im Führungstrio der Genossen zeigen sich schon seit langem tiefe Risse.

Denn aus heiterem Himmel kommt die Überlegung nicht, dass der derzeitige Fraktionschef im Bundestag Steinmeier zeitnah den nach einem leichten Schlaganfall angeschlagenen brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck ablösen könnte. Natürlich wird an der SPD-Spitze niemand diese Überlegung bestätigen, weil bis zur Bundestagswahl jede weitere Irritation vermieden werden soll.

Aber die Überlegungen bergen für manchen in der SPD einen gewissen Reiz, könnte doch bei einem Wechsel Steinmeiers nach Potsdam die knirschende Troika diskret abgewickelt werden. Dieser Dreierbund mit Peer Steinbrück, Frank-Walter Steinmeier und Sigmar Gabriel wirkt längst so zerrüttet wie das Trio Scharping/Lafontaine/Schröder in seiner Spätphase. Steinbrück misstraut Gabriel zutiefst, weil er ihn für unseriös hält, Gabriel kann seine Enttäuschung nur schwer darüber verbergen, wie Steinbrück durch den Wahlkampf stolpert. Die alte Rivalität zwischen Gabriel und Steinmeier wiederum wurde so richtig befeuert, als Steinmeier vergangenen Herbst den Parteichef quasi zwang, die K-Frage vorzeitig aufzulösen — zugunsten Steinbrücks. Seither, so hat es ja tatsächlich den Eindruck, läuft alles schief, was schief laufen kann.

Sollte es nach dem Holper-Wahlkampf für Rot-Grün nicht reichen, kommt es nach Steinbrücks erwartetem Abgang zum Stresstest für die dann zum Zweispänner geschrumpfte Troika. Wird der Parteivorsitzende Gabriel nach dem Fraktionsvorsitz greifen und damit Steinmeier brüskieren?

Der Fraktionschef verharrt eher schweigend in der Deckung. Der Vorsitzende wiederum widerspricht zwar öffentlich jedem, der ihm ein gespanntes Verhältnis zum Kandidaten nachsagt. Doch auch gemeinsame Interviews wirken nur bedingt überzeugend. Ganz zu schweigen von den Ministerpräsidenten der SPD, die schweigend an der Via Dolorosa, dem Schmerzensweg, stehen und zusehen, wie der Kandidat allein das Kreuz trägt.

Da wäre es für Steinmeier keineswegs ein törichter Gedanke, dem ganzen Elend aus Berlin ins nahe und übersichtlichere Potsdam zu entfliehen. Er ist ein Mann der Administrative, der bei Gerhard Schrödas Regieren lernte — und in Brandenburg ist er recht beliebt, wie sein Wahlkreisergebnis bei der letzten Bundestagswahl zeigt. Er gewann ihn klar — trotz des Wahldebakels als Spitzenkandidat.

lin/ur

LN

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