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Politik im Rest der Welt Forscher graben 400 Gegenstände von Opfern des NS-Regimes aus
Nachrichten Politik Politik im Rest der Welt Forscher graben 400 Gegenstände von Opfern des NS-Regimes aus
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13:48 08.03.2019
Ausgrabungsfunde wie eine Emaileschüssel, Knöpfe, Projektile oder zwei Damenschuhe stehen bei einer Pressekonferenz im Rathaus von Warstein auf einem Tisch. Quelle: Bernd Thissen/dpa
Warstein/Arnsberg

Mehr als 70 Jahre nach NS-Verbrechen im Sauerland haben Experten durch umfangreiche Ausgrabungen neue Erkenntnisse über drei Massenexekutionen gegen Kriegsende gewonnen.

Man habe mehr als 400 Fundstücke an drei Tatorten im Arnsberger Wald aufgespürt, wo im März 1945 Exekutionskommandos 208 polnische und russische Zwangsarbeiter ermordet hatten. Das teilte der Direktor des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL), Matthias Löb, am Freitag in Warstein mit.

„Die Funde erzählen zum einen von den Opfern“, sagte er. Die Wissenschaft gewinne aber auch wichtige Einblicke über Vorgehen, Denkweise und „Bewegungsprofile“ der NS-Täter. Archäologen fanden Habseligkeiten der Opfer, die von Angehörigen der Waffen-SS und Wehrmacht zwischen Warstein und Meschede ermordet worden waren. Geborgen wurden etwa ein Gebetbuch und ein polnisches Wörterbuch, Textilien-Reste, sowjetische Münzen und Geschirr.

Was den Opfern, überwiegend Frauen, vor ihrer Erschießung abgenommen wurde, war zu dem Zeitpunkt ihr einzig verbliebener Besitz, wie Löb schilderte. Die Forscher entdeckten auch Patronenhülsen und Schaufeln. Zusammen mit den Erkenntnissen aus historischen Akten habe man damit den Ablauf der grausamen Taten rekonstruieren können.

Von RND/dpa