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Forschung zu Nazis im Kanzleramt

Berlin Forschung zu Nazis im Kanzleramt

Die Bundesregierung will die Geschichte des Kanzleramts auf NS-Altlasten hin untersuchen lassen.

Berlin. Die Bundesregierung will die Geschichte des Kanzleramts auf NS-Altlasten hin untersuchen lassen. Das Projekt solle die „personelle Kontinuität und Diskontinuität zur Zeit vor 1945“ sowie die „Netzwerkbildung zwischen dem Kanzleramt, den Bundesministerien und Landesbehörden“ klären, heißt es in dem von der Regierung dazu veröffentlichten Ausschreibungstext.

Laut „Spiegel“ dürfte im Visier der Forscher besonders die Rolle des früheren Kanzleramtschefs Hans Globke stehen. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) will für das Forschungsprogramm, das sich auch auf weitere Ministerien und Bundesbehörden bezieht, bis 2020 insgesamt vier Millionen Euro zur Verfügung stellen.

Nach Angaben der Bundesregierung ist ein Viertel der Gesamtfördersumme „aufgrund der ressortübergreifenden Relevanz“ für die Erforschung der Geschichte des Kanzleramts reserviert. Diese solle zudem als eigener Programmteil ausgestaltet werden. Insgesamt ist das Programm aber bewusst ressortübergreifend angelegt, um „systemische Fragestellungen und Perspektiven zu ermöglichen, die nicht auf eine einzelne Institution begrenzt sind“.

Globke, der unter CDU-Bundeskanzler Konrad Adenauer ab 1953 Kanzleramtschef war, war wegen des Vorwurfs von NS-Verstrickungen bereits während seiner Amtszeit umstritten, es gab gegen ihn auch strafrechtliche Ermittlungen. Globke hatte unter anderem 1936 einen Kommentar zu den Nürnberger Rassegesetzen mitverfasst und war in der NS-Zeit an Vorschriften zur Registrierung von Juden beteiligt.

Die Untersuchung von möglichen NS-Verbindungen in der Geschichte des Kanzleramts war immer wieder von unterschiedlichen Seiten gefordert worden. Ähnliche Untersuchungen gab es bereits für Ministerien und andere Bundesbehörden, allerdings in der Regel isoliert nur für die betreffende Institution.

LN

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