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Politik im Rest der Welt Frankreichs Atommüll in grenznahes Endlager?
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23:16 31.07.2015
Blick in das schon bestehende Untertage-Labor nahe Bure. Quelle: dpa

Frankreich plant offenbar, das erste Endlager für seinen Atommüll in Lothringen einzurichten, nur gut 120 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Das zumindest befürchten Umweltpolitiker in der deutschen Grenzregion.

Auslöser ist ein Wirtschaftsgesetz, in das Frankreichs Regierung in letzter Minute am Parlament vorbei zwei Seiten Text eingefügt hat. Sie haben es in sich, denn sie forcieren nach Meinung der Kritiker das geplante Atommüll-Endlager im Dorf Bure westlich von Nancy.

Grünen-Chefin Simone Peter sprach von einem „Affront“. Der SPD-Europaabgeordnete und einstige Saar-Umweltminister Jo Leinen wetterte, „die Entscheidung zum Atommüllendlager in einem Gesetz für mehr Wirtschaftswachstum zu verstecken, widerspricht allen Regeln der Transparenz und der gut nachbarschaftlichen Beziehungen“. Der saarländische Landtag sprach sich sogar pauschal und einstimmig gegen die Einrichtung eines Endlagers in Bure aus.

Auch die Bundesregierung will nun Aufklärung von Paris. Das Umweltministerium wolle das Thema in der deutsch-französischen Kommission für Fragen der Sicherheit kerntechnischer Einrichtungen aufgreifen, sagte eine Sprecherin.

Anders als in Deutschland, wo die Frage nach dem Standort für den Atommüll seit zwei Jahren wieder völlig offen ist, läuft in Frankreich alles auf Bure hinaus. Es könnte das erste atomare Endlager im Herzen Europas werden.

Vor Ort gibt es vergleichsweise wenig Protest. In einem Labor 500 Meter unter der Erde erforschen Wissenschaftler schon seit Jahren die Bedingungen für die Lagerung von mittel- und hochradioaktiven Abfällen. Im Falle einer Eignung soll es ein Endlager für 10 000 Kubikmeter hochradioaktive Abfälle sowie 70 000 Kubikmeter langlebigen mittelradioaktiven Abfall geben. Der Atommüll soll notfalls wieder zurückgeholt werden können.

LN

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