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Politik im Rest der Welt Frauen-Union stellt sich hinter Kramp-Karrenbauer
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15:11 02.11.2018
Annegret Kramp-Karrenbauer gilt für viele CDU-Mitglieder als Favoritin für den bald vakanten Chefposten. Quelle: Michael Sohn/AP
Berlin

Die Frauen Union (FU) in Baden-Württemberg setzt darauf, dass mit Annegret Kramp-Karrenbauer als möglicher neuer CDU-Bundesvorsitzender die Teilhabe von Frauen in der Partei verbessert wird. „Zu oft wurden wir Frauen mit strategischem Geschwätz abgespeist, damit traute Männerzirkel so weitermachen können wie bisher“, sagte die Vorsitzende der FU, Ingeborg Gräßle. Das könne sich ändern, wenn die bisherige Generalsekretärin Kramp-Karrenbauer den Bundesvorsitz von Kanzlerin Angela Merkel übernähme. Als aussichtsreiche Kandidaten gelten neben Kramp-Karrenbauer Gesundheitsminister Jens Spahn und Ex-Unions-Fraktionschef Friedrich Merz.

Die Bezirksvorsitzende der FU Nordwürttemberg, Susanne Wetterich, betonte: „Wir brauchen einen programmatischen Aufbruch und ein breites Angebot in der politischen Mitte, mit dem wir auch Grünen- und AfD-Wähler wiedergewinnen können - dafür steht Kramp-Karrenbauer.“ Die ehemalige Ministerpräsidentin des Saarlandes könne unterschiedliche Strömungen integrieren. Auch nach Ansicht Gräßles sind Fähigkeiten des Ausgleichs und Brücken-Bauens, wie sie Kramp-Karrenbauer verkörpere, unverzichtbar. „Die Partei muss unbedingt zusammen gehalten und dazu in allen Flügeln repräsentiert werden - und, ja, da trauen wir AKK viel mehr zu als den beiden Mitbewerbern, von denen - jeder für sich - viele andere Qualitäten hat.“

Lesen Sie hier einen Kommentar zu Angela Merkel: Eine Frau ohne Beispiel

AKK soll Führungsstil der Kanzlerin fortsetzen

Sie wünsche sich einen fairen, innerparteilichen Wahlkampf. „Ratschläge von Mitbewerbern brauchen wir nicht.“ Gräßle, die seit 2014 den Haushaltskontrollausschusses des EU-Parlaments leitet, fügte hinzu: „Wir brauchen weder Polarisierer noch Kanzler im Wartestand, denen es nicht schnell genug gehen kann.“

Wetterich verwies auf die nach ihrer Ansicht herausragende Fähigkeit Kramp-Karrenbauers zuzuhören und andere Meinungen ernst zu nehmen. Das habe sie bei ihrer „Zuhörtour“ bewiesen. Wetterich hofft, dass Kramp-Karrenbauer den Führungsstil von Kanzlerin Merkel fortsetzt. „Der hat uns mehr gefallen als der eines männlichen Alpha-Tieres.“ Die Frauen Union hat knapp 18.000 Mitglieder im Südwesten, davon 5000 im landesweit größten Bezirksverband Nordwürttemberg.

Mecklenburg-Vorpommerns CDU-Chef warnt vor Richtungsstreit

Mecklenburg-Vorpommerns CDU-Chef Vincent Kokert warnte unterdessen mit Blick auf den bevorstehenden Führungswechsel in der Bundespartei vor Rechts-Links-Debatten gewarnt. „Ich halte einen Richtungsstreit für deplatziert“, sagte er. Das habe schon bei den vorangegangenen Landtagswahlen nichts gebracht, sagte er und verwies auf den Richtungsstreit zwischen Kanzlerin Angela Merkel und Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) in der Flüchtlingsfrage. „Bei der Hessenwahl haben wir etwa zu gleichen Teilen Stimmen an die Grünen und die AfD verloren.“

Kokert reagierte damit auf Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU), der in der „Süddeutschen Zeitung“ angesichts der anstehenden Entscheidung über die Nachfolge von CDU-Chefin Merkel vor einem möglichen Rechtsruck seiner Partei unter neuer Führung gewarnt hatte. „Ich bin überzeugt, dass eine solche Achsenverschiebung falsch wäre“, sagte Laschet.

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Bildung und Energiewende zwei wichtige Themen

Kokert betonte, für die Bürger und auch die CDU-Mitglieder stünden praktische Themen im Vordergrund - und die müssten angepackt werden. Eine im Sommer eingerichtete, interne Online-Umfrage unter CDU-Mitgliedern im Nordosten zeige deutlich: „Für Jüngere ist die Bildung ein Riesenthema, für Ältere die Innere Sicherheit.“ Beide Fragen würden nicht mit einem Richtungsstreit beantwortet. Dies sollte der oder die neuen Bundesvorsitzende beherzigen, sagte Kokert. „Meine Empfehlung an den neuen Bundesvorstand ist, den Leuten auf den Mund zu schauen.“ Mit einem wochenlangen Diskurs, ob sich die CDU weiter rechts oder weiter links positionieren solle, bekomme man keine Wähler zurück. „Die fühlen sich damit nicht angesprochen.“

Die Energiewende sei ebenfalls ein wichtiges Thema, sagte Kokert weiter. In der Frage der CO2-Reduktion sprach er sich für eine stärkere Erdgas-Nutzung aus, um die bislang von der Kohle getragene Grundlast zu sichern. „Dazu könnte Mecklenburg-Vorpommern mit dem Standort Lubmin auch stark beitragen und Wertschöpfung realisieren“, sagte der Politiker, der Vorsitzender der CDU-Fraktion im Landtag ist. In Lubmin landet die Ostsee-Pipeline mit russischem Erdgas an.

Die Energiewende braucht aus Kokerts Sicht insgesamt mehr Zeit - auch um Folgen von Entscheidungen für den Ausbau von Windkraft und Photovoltaik richtig abschätzen zu können. „Beides ist bis heute nicht grundlastfähig und kostet die Bürger viel Geld“, sagte Kokert. Den Menschen sei in dem Punkt nicht die ganze Wahrheit gesagt worden. In der Flüchtlingsfrage verwies Kokert auf Erfolge der vergangenen Jahre seit 2015. Der Zustrom habe erheblich nachgelassen.

Am Sonntag und Montag kommt der CDU-Bundesvorstand, dem Kokert angehört, in Berlin zu einer Klausur zusammen. Der MV-Parteichef hält es nicht für ausgeschlossen, dass sich dort weitere Interessenten für den Parteivorsitz melden. Bisher haben Jens Spahn, Friedrich Merz und Annegret Kramp-Karrenbauer ihr Interesse bekundet.

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Von RND/dpa/lf

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