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Politik im Rest der Welt Fregatte „Lübeck“ nimmt morgen Kurs auf die Ägäis
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21:14 19.08.2017
Bricht zum Überwachungseinsatz in die Ägäis auf: Die Fregatte „Lübeck“ und ihre Besatzung fühlen sich gut vorbereitet. Quelle: Foto: Bundeswehr/le Fèvre

Was genau tun Sie in der Ägäis?

Matthias Schmitt

Matthias Schmitt: Seit Februar 2016 trägt die Nato zur Erstellung eines Lagebilds für die griechische und türkische Küstenwache sowie die europäische Grenzschutzagentur Frontex in der Ägäis bei. Unser Auftrag ist es, den Seeraum zwischen dem türkischen Festland und den griechischen Inseln zu überwachen, Informationen auszutauschen, damit dann die entsprechenden Anrainerstaaten handeln können.

Wie viele Schiffe gehören neben der „Brandenburg“ und demnächst „Lübeck“ zur Standing Nato Maritime Group 2?

Insgesamt gehören dem Nato-Verband immer mindestens fünf bis sechs Schiffe an. Geführt wird er derzeit durch den britischen Commander Morley auf dem Flaggschiff „HMS Duncan“.

Was ist die Bilanz der „Brandenburg“, die Sie ablösen – wie viele Schleuser und Schlepper wurden er- und vielleicht gefasst, wie viele illegale Grenzübertritte auf Nato-Gebiet (Griechenland) verhindert?

Unser Auftrag ist es, den Seeraum zu überwachen und verdächtige Bewegungen an unsere Partner zu melden, die dann in ihrer nationalen Verantwortung handeln. Auch wenn die Anzahl der in Not geratenen Personen, die über die Ägäis in die EU übersetzen, deutlich zurückgegangen ist, kann man davon ausgehen, dass pro Monat immer noch Tausende die lebensgefährliche Überfahrt im östlichen Mittelmeer wagen, um in die EU zu gelangen.

Wurde bereits Waffengewalt angewendet im Rahmen der Operation ?

Grundsätzlich kann man nicht ausschließen, dass es mit Schleusern und Schleppern auch in See zu Zwischenfällen kommt, die Wahrscheinlichkeit ist jedoch gering. Dennoch muss man immer, vor allem in sehr engen Seegebieten, vorbereitet sein, sich selbst zu verteidigen. Dies schließt die Abwehr von Angriffen z.B. durch Speedboote mit ein. Wir haben uns in den letzten Monaten intensiv auf das gesamte Spektrum maritimer Einsätze vorbereitet. Ein Teil davon ist übrigens auch die Rettung von in Not geratenen Menschen in See.

Wie lange werden Sie vor Ort sein?

Nach jetziger Planung werden wir Mitte November wieder nach Deutschland zurückkehren.

Haben die aktuellen politischen Verstimmungen zwischen Deutschland und der Türkei Einfluss auf die Operation?

Wir sind Teil einer Nato-Aktivität in der Ägäis und arbeiten somit als Deutsche für die Nato eng mit den griechischen und türkischen Behörden zusammen. Genauso wie die „Brandenburg“ werden wir einen türkischen und griechischen Verbindungsoffizier an Bord haben. Die Zusammenarbeit war und ist sehr gut und hochprofessionell. Ich bin fest davon überzeugt, dass sich dies auch während des Einsatzes der „Lübeck“ nicht ändern wird.

Die jüngste „Lübeck“ – die vierte insgesamt – ist fast 30 Jahre alt. Ist das ihr bisher größter Einsatz – und welche Verbindungen zwischen Hansestadt der Fregatte gibt es?

Die „Lübeck“ hat in ihren fast dreißig Jahren Dienstzeit an vielen Auslandseinsätzen teilgenommen. Der Einsatz in der Ägäis ist für das Schiff und die mehr als 200-köpfige Besatzung aber auch neu. Entsprechend freuen wir uns auf diese Herausforderung. Gleichzeitig sind wir sehr stolz, den Namen unserer Patenstadt in diesem Jahr abermals ins Mittelmeer zu tragen.

Interview: Michael Wittler

LN

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