Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Politik im Rest der Welt Freies Parlament in Myanmar tagt erstmals seit 55 Jahren
Nachrichten Politik Politik im Rest der Welt Freies Parlament in Myanmar tagt erstmals seit 55 Jahren
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
05:39 02.02.2016
Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi im Parlament von Myanmar. Es war das erste Mal seit mehr als 55 Jahren, dass ein frei gewähltes Parlament in dem Land zusammentrat. Quelle: Hein Htet
Anzeige
Naypyidaw

Nach mehr als 50 Jahren Militärdiktatur und militärnaher Regierung ist in Myanmar erstmals ein frei gewähltes Parlament zusammengetreten.

Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi zog in der Hauptstadt Naypyidaw an der Spitze der 255 Abgeordneten ihrer Nationalliga für Demokratie (NLD) in die Volksvertretung ein.

Ihre Partei hatte die Wahlen im November haushoch gewonnen und verfügt über eine absolute Mehrheit. Suu Kyi erschien in einem leuchtend pinkfarbenes Outfit und stach damit unter den überwiegend beige gekleideten Abgeordneten hervor.

„Ich kann es kaum glauben, dass ich hier bin, aber ich bin auch traurig“, sagte die NLD-Abgeordnete Ma Thandar der Zeitung „Irrawaddy“. „Viele Menschen haben ihr Leben für diesen Tag lassen müssen.“ Das Militär hat Dissidenten rigoros verfolgt und jahrelang eingesperrt. Suu Kyi stand selbst fast 16 Jahre unter Hausarrest.

Größte Opposition ist das Militär, dem laut Verfassung 25 Prozent der Sitze zustehen. Die abgewählte Regierungspartei USDP stürzte von der absoluten Mehrheit auf gerade sechs Prozent der Mandate ab. Das Parlament wählte zunächst den Parlamentspräsidenten, Win Myint von der NLD. „Wir haben zwar die Mehrheit, aber wir werden mit den anderen Abgeordneten zusammenarbeiten“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Das Parlament bestimmt in den nächsten Wochen den Präsidenten, der wie in den USA die Regierungsgeschäfte führt. Mit ihrer Mehrheit ist der NLD der Posten sicher. Suu Kyi kann selbst allerdings nicht Präsidentin werden. Das verbietet die Verfassung, weil ihre Söhne ausländische Pässe haben. Sie will eine Art Platzhalter als Präsidenten ernennen und selbst die Regierung führen, wie sie gesagt hat: „Ich stehe über dem Präsidenten.“


Parteiprogramm
Asiatische Entwicklungsbank
Welbank
EU-Wahlbeobachter zu Wahlgang
Wahlanalyse Institut Brookings
Wahlanalyse australische Nationaluniversität

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der stellvertretende AfD-Chef Alexander Gauland distanziert sich von den Äußerungen der Parteichefin Frauke Petry zum Schusswaffen-Gebrauch gegen Flüchtlinge.

01.02.2016

Vizekanzler Sigmar Gabriel hat seine Forderung bekräftigt, die rechtspopulistische AfD vom Verfassungsschutz beobachten zu lassen.

01.02.2016

Kabul (dpa) – Angesichts rasant wachsender Flüchtlingszahlen aus Afghanistan will Bundesinnenminister Thomas de Maizière mehr Asylbewerber von dort in ihre Heimat zurückschicken.

01.02.2016
Anzeige