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Politik im Rest der Welt „Geht mehr in die Oper!“
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21:12 30.09.2017
„Man gewinnt Profil und Vertrauen nur über den Konflikt“: Der Kieler Umweltminister Robert Habeck macht seiner Partei Mut. Quelle: Fotos: Imago, Dpa

Das von der Parteispitze benannte 14-köpfige Verhandlungsteam unter Führung von Cem Özdemir und Katrin Göring-Eckardt wurde klar bestätigt. Eine Einladung zu Gesprächen von CDU-Chefin Angela Merkel steht allerdings noch aus. Ein erstes Zusammenkommen der Unterhändler aller vier Parteien ist nicht vor der Wahl in Niedersachsen in zwei Wichen zu erwarten. Ende kommender Woche wollen zunächst CDU und CSU gemeinsame Positionen ausloten.

„Wer hätte gedacht, dass wir eine Woche nach der Wahl so gut sortiert sind“, sagt die Grünen-Spitzenkandidatin Göring-Eckardt. Grünen-Chef Cem Özdemir schwört die Parteifunktionäre auf schwierige Gespräche mit Union und FDP ein. „Zukunft wird aus Mut gemacht, lautet unser Programmtitel – diesen Mut werden wir jetzt brauchen“, sagt er vor rund 200 Delegierten in Berlin.

Deutlicher als viele andere Redner zieht Parteichefin Simone Peter einen Erfolg von Koalitionsgesprächen in Zweifel. „Ich weiß, es wollen nicht alle hören, aber die Opposition bleibt Option“, mahnt sie.

Die engagierteste Rede für ein Jamaika-Bündnis hält der grüne Ministerpräsident Baden-Württembergs, Winfried Kretschmann. All jenen im Saal, denen nach eigenem Bekunden „die Phantasie“ für Schnittmengen mit Union und FDP fehle, rät er: „Geht mehr in die Oper! Da sieht man, wie Kreative aus alten Stoffen neue Geschichten machen.“ Die Politik sei dazu da, schwierige Probleme zu lösen.

„Leichte Probleme lösen sich von allein.“ Kretschmann erhält mehr Beifall als jeder andere Redner.

Schleswig-Holsteins Umweltminister Habeck gibt dem Team in seiner Rede eine Handreichung für die Verhandlungen, basierend auf seinen Erfahrungen mit der schwarz-gelb-grünen Koalition in Kiel. Auch dort hätten die Grünen nach der Landtagswahl im Mai „mit dem Rücken zur Wand“ gestanden. „Man kann auch dann hart verhandeln, wenn es scheinbar keine Alternative gibt“, sagt er. Im Übrigen seien die Grünen nicht zum Regieren verdammt: „Wir sind jederzeit bereit, den Tisch zu verlassen.“ Und aus den ersten Monaten gemeinsamen Regierens mit CDU und FDP weiß er zu berichten: „Man gewinnt Profil und Vertrauen nur über den Konflikt.“ Es ist sein Versuch, einer vom Wahlkampf etwas erschöpften und angesichts schwieriger Verhandlungen verzagten Partei Selbstbewusstsein einzuhauchen.

Von Marina Kormbaki

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