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Politik im Rest der Welt Giftgas: Vernichtung soll ein Jahr dauern
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22:30 19.09.2013
Machthaber Baschar al-Assad

Syriens Präsident Baschar al-Assad verlangt von den USA, für die Vernichtung der Chemiewaffen seines Landes zu zahlen. Giftgas-Attacken in Syrien nannte er im US-Fernsehen ein „Verbrechen“ — begangen hätten es aber andere. In Deutschland wird weiter gerätselt, was mit den mehr als 100 Tonnen Chemikalien passiert ist, die vor Jahren nach Syrien geliefert wurden. Im Bürgerkriegsland sterben indes weiter Menschen.

Bei zwei Angriffen auf Busse in der Provinz Homs wurden nach Angaben staatlicher syrischer Medien mindestens zehn Menschen getötet. Nahe der türkischen Grenze kamen bei Gefechten zwischen Dschihadisten und Rebellen der Freien Syrischen Armee seit Mittwoch rund 100 Kämpfer beider Seiten ums Leben, meldete die oppositionelle syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Nach einer Vereinbarung der USA mit Russland muss das Assad-Regime sein Chemiewaffenarsenal bis morgen offenlegen. Bis Mitte 2014 sollen die Chemiewaffen aus dem Land gebracht und zerstört werden. Experten bezweifeln, dass der Plan mitten im Bürgerkrieg umgesetzt werden kann.

Die Vernichtung der Chemiewaffen wird nach Angaben Assads etwa ein Jahr dauern. Der ganze Prozess koste zudem ungefähr eine Milliarde Dollar (740 Millionen Euro), sagte er in einem Interview des TV-Senders Fox News. „Es ist eine sehr komplizierte Operation.“ Er sei damit einverstanden, dass die amerikanische Regierung die Waffen zur Vernichtung in die USA bringe, wenn sie bereit sei, „das Geld zu bezahlen“, so Assad.

Er bestritt erneut, dass sein Regime für den Chemiewaffenangriff auf die eigene Bevölkerung verantwortlich sei. Das sei „nicht realistisch und nicht wahr“, sagte Assad und ergänzte: „Jeder kann Sarin machen“. Er erklärte, dass es sich bei der Attacke um ein Verbrechen gehandelt habe. Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen wies Assads Äußerungen zurück, die Beseitigung der Chemiewaffen werde mindestens ein Jahr dauern. Russland und die USA hätten sich auf „einen ziemlich ehrgeizigen Zeitplan“ dafür geeinigt.

LN

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