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Politik im Rest der Welt Giftspritze wieder in Aktion
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07:48 31.07.2017
Vorhang auf: Bei Hinrichtungen in den USA darf ein ausgewählter Kreis im Fall Involvierter einer Hinrichtung zusehen. Quelle: Foto: Kiichiro Sato/ap/dpa

. Seit mehr als 25 Jahren weiß Mark James Asay, dass dieser Tag kommen würde: Sein Hinrichtungstermin steht fest. Am 24. August 2017 soll der für zwei 1987 in Florida begangene Morde Verurteilte mit einer Giftspritze hingerichtet werden.

Nichts Ungewöhnliches eigentlich in Florida, einem von 31 der 50 US-Staaten, in denen die Todesstrafe gilt. Doch in den vergangenen 18 Monaten verhinderte ein Streit zwischen dem Obersten Gerichtshof der USA – dem Supreme Court in Washington – und der Regierung des sogenannten „Sunshine State“ alle Hinrichtungen. Allein deshalb ruft Asays bevorstehende Hinrichtung landesweit viel Aufmerksamkeit hervor. Nach Ansicht des Supreme Court vom Januar 2016 hat der Bundesstaat jahrzehntelang die Todesstrafe auf verfassungswidrige Art verhängt. In Florida konnten Geschworene mit einfacher Mehrheit – also mindestens 7 von 12 Stimmen – eine Empfehlung darüber abgeben, ob die Todesstrafe verhängt werden solle. Ein Richter fällte dann aber die Entscheidung, ob es genügend belastende Tatumstände für ein Todesurteil gab.Der Supreme Court urteilte jedoch, ein Todesurteil müsse sich auf Abwägungen der Fakten durch die Jury – und nicht den Richter – stützen. Damit stand die Rechtmäßigkeit von 200 verhängten Urteilen in Frage.

Nach längerem Hin und Her änderte Florida im März seine Gesetze: Die Todesstrafe kann nun nur verhängt werden kann, wenn die Jury geschlossen dafür stimmt. Rick Scott, der republikanische Gouverneur und eiserne Verfechter der Todesstrafe, zeichnete daher jetzt die Planung zur Hinrichtung Asays ab. „Dies ist eine der feierlichsten Pflichten eines Gouverneurs“, findet er. „ Seit Scott 2011 das Gouverneursamt antrat, wurden 23 Menschen hingerichtet. Er hat so viele Todesurteile unterzeichnet wie kein Gouverneur Floridas zuvor.

In den USA sinkt allerdings die Zustimmung zur Todesstrafe, dem Institut Pew zufolge Ende 2016 erstmals auf unter 50 Prozent. In einer Umfrage von Public Polling sprachen sich im vergangenen Jahr auch in Florida nur mehr 35 Prozent für die Todesstrafe für verurteilte Mörder aus.

Sara Barderas

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