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Politik im Rest der Welt Gnade für den harten Sheriff
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22:15 26.08.2017
Ex-Sheriff Joe Arpaio mit Reportern vor dem Gefängnis-Zeltlager, in dem er Häftlinge bei glühender Hitze campieren ließ. Quelle: Foto: Imago

US-Präsident Donald Trump hat den wegen seiner knallharten Methoden berüchtigten früheren Sheriff Joe Arpaio begnadigt. Arpaio, ein treuer Gefolgsmann Trumps im Wahlkampf, hatte sich selber früher als „härtesten Sheriff“ der USA bezeichnet. Er war wiederholt wegen seiner äußerst harschen und erniedrigenden Behandlung von Gefangenen, seines harten Vorgehens gegen illegale Immigranten und Gesetzesverstößen in die Schlagzeilen geraten.

Trump hatte zwar bereits vor einigen Tagen angedeutet, dass er Arpaio begnadigen werde. Dennoch löste der Zeitpunkt so kurz nach der durch die Gewalteskalation in Charlottesville neu angefachte Rassismusdebatte Überraschung aus: Trump riskiert damit, Öl ins Feuer zu gießen.

Arpaio war von 1992 bis 2016 Sheriff des Bezirks Maricopa im Bundesstaat Arizona. In dieser Zeit hatte der heute 85-jährige Republikaner Tausende Latinos bei Razzien und Verkehrskontrollen aufgreifen lassen, obwohl nichts gegen sie vorlag. Am Rande von Phoenix richtete er in der glühenden Hitze Arizonas eine Gefängnis-Zeltstadt ein. Die Häftlinge zwang er, rosa Unterwäsche zu tragen – angeblich, weil diese Farbe eine beruhigende Wirkung habe.

Die Mahlzeiten für die Gefangenen kürzte Arpaio auf zwei am Tag, das Essen war stets ohne Pfeffer und Salz, aus finanziellen Gründen, argumentierte er. Unter ihm gab es auch die ersten Chain Gangs – Arbeitstrupps aneinandergeketteter Häftlinge – für Frauen und Jugendliche in den USA.

Arpaio drohte von Oktober an eine sechsmonatige Haftstrafe, zu der ihn ein Bundesgericht in Phoenix im Juli verurteilt hatte. Er wurde für schuldig befunden, als Sheriff eine gerichtliche Anordnung missachtet zu haben, wonach er die Diskriminierung und ethnische Verfolgung von Immigranten zu unterlassen habe.

Der Präsident attestierte dem Ex-Sheriff einen „beispielhaft selbstlosen Dienst an der Öffentlichkeit“. „Nach mehr als 50 Jahren bewundernswertem Dienst an unserer Nation hat er eine Begnadigung durch den Präsidenten verdient“, hieß es in einer Mitteilung des Weißen Hauses.

LN

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