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Politik im Rest der Welt Großer Schritt beim Klimaschutz
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20:19 15.10.2016
Bis tief in die Nacht tagten die Delegierten der 200 Staaten, ehe sie sich am Ende auf einen gemeinsamen Beschluss einigen konnten.

Die klimaschädlichen Fluorkohlenwasserstoffe (FKW) sollen nach und nach verschwinden: Vertreter von fast 200 Staaten haben bei einer Konferenz in Ruanda gestern einen allmählichen Verzicht auf diese Stoffe beschlossen. „Ergänzung und Beschluss sind angenommen“, sagte der ruandische Rohstoffminister Vincent Biruta nach nächtlichen Marathonverhandlungen zum Abschluss des Treffens in der Hauptstadt Kigali unter dem Beifall der Delegierten.

Der Beschluss ist eine Erweiterung des Protokolls von Montréal, mit dem 1987 zum Schutz der Ozonschicht ein Verzicht auf Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) vereinbart wurde. Im Laufe der Jahre stellte sich jedoch heraus, dass durch die ersatzweise eingesetzten FKW zwar die Ozonschicht geschont wird, dass sie aber die Erderwärmung beschleunigen.

„Dies ist ein riesiger Gewinn für das Klima“, erklärte EU-Klimakommissar Miguel Arias Cañete. Bundesumweltministerin Barbara Hendriks (SPD) sagte: „Die Beschlüsse von Kigali sind ein Meilenstein für den weltweiten Klimaschutz.“ Die Staatengemeinschaft habe sich im Kampf gegen den Klimawandel „erneut als handlungsfähig erwiesen“.

Die Verringerung der FKW ist ein entscheidender Beitrag zur Verringerung der Erderwärmung, zählt rechtlich aber nicht zum Geltungsbereich des Pariser Klimaschutzabkommens, über dessen Fortschreibung im November in Marrakesch beraten werden soll. Der Beitrag, den der FKW-Verzicht zur Verringerung der Erderwärmung leisten könnte, wird auf 0,5 Grad veranschlagt.

Mit dem Pariser Abkommen wird eine Beschränkung der Erderwärmung auf höchstens zwei Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter angestrebt. FKW werden vor allem in Kühlschränken und Klimaanlagen verwendet. Da sie die Wärmestrahlung von der Erdoberfläche absorbieren, fördert ihre breite Verwendung die Erderwärmung. Bislang steigt die FKW-Nutzung um zehn bis 15 Prozent pro Jahr.

Diese Entwicklung soll mit den Beschlüssen von Kigali umgekehrt werden.

In Kigali wurde ein Zeitplan verabschiedet, nach dem für unterschiedliche Ländergruppen unterschiedliche Fristen gelten: Die am weitesten entwickelten Länder sollen den FKW-Einsatz gegenüber den Daten von 2011 bis 2013 in einer ersten Phase bis 2019 um zehn Prozent verringern, bis 2036 dann um 85 Prozent. Für China und viele afrikanische Staaten wurden 2024 und 2045 als entsprechende Fristen – mit der Bezugsgröße 2020 bis 2022 – festgesetzt, für eine weitere Gruppe von Ländern wie Indien, Pakistan, Iran und Irak die Jahre 2032 und 2047 – mit der Bezugsgröße 2024 bis 2026.

Bei der Konferenz wurden auch finanzielle Regelungen vereinbart, wie die Umsetzung der Beschlüsse bewerkstelligt werden soll. Bereits im September hatten wesentliche Geldgeber wie die USA, Japan, Deutschland und Frankreich Zusagen über 71,5 Millionen Euro zu Gunsten der Entwicklungsländer gemacht. Insgesamt wird die Umsetzung Milliardenbeträge kosten.

LN

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