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Händchenhalten ist nicht vorgesehen

Verdun Händchenhalten ist nicht vorgesehen

Beim Gedenken an die Schlacht von Verdun wollen Angela Merkel und François Hollande die junge Generation mit einbeziehen.

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Francois Mitterrand und Helmut Kohl reichen sich 1984 über den Gräbern von Verdun die Hände.

Verdun. . Die Geschichte ist immer präsent, wenn heute die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident François Hollande an historischer Gedenkstätte im französischen Verdun ein weiteres Zeichen der Aussöhnung zwischen Deutschen und Franzosen setzen wollen: Diesmal ist der Anlass der 100. Jahrestag der wohl furchtbarsten Schlacht jener „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“, als die Forscher den Ersten Weltkrieg bezeichneten.

LN-Bild

Beim Gedenken an die Schlacht von Verdun wollen Angela Merkel und François Hollande die junge Generation mit einbeziehen.

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Vor 32 Jahren war es der 70. Jahrestag des Kriegsbeginns, der die jeweiligen Amtsvorgänger Helmut Kohl und François Mitterrand an die Gedenkstätte führte und sich an der Nekropole die Hände reichen ließ – eine Geste, die weltweit Aufmerksamkeit erregte. Der deutsche TV-Journalist Ulrich Wickert erinnert sich: „Mein ,Tagesschau’-Bericht dazu war der längste, den ich je gemacht habe. Er war siebeneinhalb Minuten lang. Normal sind eine Minute dreißig.“

Händchenhalten ist dieses Mal nicht vorgesehen – Spontanität lässt sich nicht inszenieren, abgesehen davon, dass der deutsch-französische Motor schon einmal besser lief als in der Ära Merkel/Hollande. Aber „ein neues Zeichen der Aussöhnung und Freundschaft beider Länder“ soll auch heute gesetzt werden. Hollande und Merkel wollen gemeinsam eine deutsch-französische Gedenktafel enthüllen, auf der nun erstmals seit Errichtung des Beinhauses 1932 auch Namen deutscher Gefallener eingraviert wurden – was für französische Veteranen lange undenkbar war. „Wer nicht bei Verdun dabei war, war nicht im Krieg!“, erinnert der französische Historiker Antoine Prost an einen Satz von 1916: Weil ständig neue Truppen in den Nordosten geschickt wurden, war Verdun „die Schlacht, an der die meisten französischen Soldaten teilgenommen haben“.

Merkel und Hollande werden nun in Anwesenheit von EU-Parlamentspräsident Martin Schulz, EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker und EU-Ratspräsident Donald Tusk die für 12,5 Millionen Euro komplett neu gestaltete Gedenkstätte noch einmal offiziell eröffnen und besichtigen. Bei der Zeremonie zieht ein Frankreich sehr verbundener Deutscher die Fäden: Regisseur Volker Schlöndorff inszeniert die Begegnung von Hollande und Merkel mit rund 3400 Jugendlichen aus beiden Ländern, setzt auf „einen Dialog mit den Jugendlichen ohne Pomp, ohne Zeremonie“.

Die beiden Politiker werden die Jugendlichen zwischen den Kreuzen auf dem riesigen Grabfeld vor dem Beinhaus von Douaumont bei Verdun treffen. Die jungen Menschen sollen, so ist es der Wunsch von Veranstaltern und Teilnehmern, die Erinnerungen mit in die Zukunft nehmen. Schlöndorff: „Dass Menschen zu solchen Idiotien fähig sind, muss immer wieder erzählt werden.“

„Die Finger vom Krieg lassen!“ – auch 100 Jahre nach der „Hölle von Verdun“ und im Angesicht erwachender neo-nationalistischer Bewegungen und zunehmender Aufrüstung in ganz Europa ist dies auch für den deutschen Verdun- Historiker Gerd Krumeich, die die Politiker durch die Gedenkstätte geleitet, eine bis heute aktuelle Botschaft aus dem deutsch-französischen Massengemetzel.

Ein Sinnbild des Grauens

Die Schlacht um Verdun vor 100 Jahren wurde zum Sinnbild für die Schrecken des Ersten Weltkriegs. Das Grauen in Zahlen:

300 Tage dauerten die Kämpfe – vom 21. Februar bis zum 19. Dezember 1916.

1,2 Millionen deutsche und 1,1 Millionen französische Soldaten kämpften in der Schlacht um Verdun. Auf französischer Seite nahmen damit rund 70 Prozent aller Soldaten des Landes teil.

Mehr als 300000 Soldaten wurden bei den Kämpfen getötet. Auf französischer Seite gab es 163000 Getötete oder Vermisste und mehr als 215

000 Verletzte, auf deutscher Seite 143000 Tote oder Vermisste und 196000 Verletzte. Manche Schätzungen über die Opferzahlen liegen deutlich höher.

Über 1250 Kanonen verfügte das deutsche Heer zu Beginn der Schlacht, später wuchs die Zahl auf mehr als 2200. Deutsche Soldaten feuerten insgesamt 30 Millionen Sprenggranaten ab. Die französische Seite hatte 1700 Kanonen, mit denen 23 Millionen Sprenggranaten abgefeuert wurden.

LN

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