Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Politik im Rest der Welt Handgranatenanschlag auf Flüchtlingsheim: Polizei sucht Täter
Nachrichten Politik Politik im Rest der Welt Handgranatenanschlag auf Flüchtlingsheim: Polizei sucht Täter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:57 31.01.2016
Unbekannte werfen eine Handgranate auf das Gelände einer Flüchtlingsunterkunft. Sie explodiert nicht, trotzdem hat die Gewalt gegen Zuwanderer damit eine neue Dimension erreicht. Quelle: Patrick Seeger
Anzeige
Villingen-Schwenningen

Nach dem Handgranaten-Anschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft im Schwarzwald sucht die Polizei mit einer Sonderkommission nach den Tätern.

Immer noch unklar ist, ob die jugoslawische Granate vom Typ M52, eine Kriegswaffe, wirklich scharf war und wen sie treffen sollte. Unbekannte hatten sie in der Nacht zu Freitag über den Zaun auf das Gelände der Unterkunft in Villingen-Schwenningen geworfen, sie explodierte aber nicht. Für Samstagmittag ist in der Stadt eine Kundgebung gegen Fremdenfeindlichkeit geplant.

Die Polizei schließt weder einen ausländerfeindlichen Anschlag aus, noch eine Attacke auf die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes. „Es könnte sowohl gegen Flüchtlinge als auch gegen den Wachdienst gewesen sein“, sagte ein Polizeisprecher. „Das Motiv wissen wir noch nicht.“ Die Granate war direkt neben einem Container gelandet, in der sich Mitarbeiter des Wachdienstes aufhielten. Experten sprengten sie später.

Der Splint der Handgranate sei bislang nicht gefunden worden, teilten die Ermittler mit. Fest steht laut Polizei und Staatsanwaltschaft, dass die Granate mit Sprengstoff gefüllt war. „Ob ein Zünder verbaut war, ist bisher nicht bekannt. Das ist die entscheidende Weichenstellung“, hatte der Leiter der Staatsanwaltschaft Konstanz, Johannes-Georg Roth, gesagt. Einen konkreten Verdacht oder eine Spur zu den Tätern hatten die Ermittler zunächst nicht. Befragungen in der Nachbarschaft hätten aber den einen oder anderen Hinweis dazu erbracht, hieß es.

Der Angriff ist laut Bundeskriminalamt bundesweit der erste Fall, bei dem Sprengstoff zum Einsatz kam. Politiker sprachen bundesweit von einer neuen Dimension der Gewalt.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat eingeräumt, das der Rückgang der Flüchtlingszahlen im Januar vorrangig auf das Winterwetter zurückzuführen ist.

30.01.2016

Der Hackerangriff auf das Computersystem des Bundestags im vergangenen Jahr geht nach Überzeugung deutscher Sicherheitsbehörden auf einen Auftrag der russischen Regierung zurück.

31.01.2016

Die Türkei fordert nach einem Medienbericht zur Bewältigung der hohen Zahl von Kriegsflüchtlingen aus dem benachbarten Syrien zwei Milliarden Euro mehr von der EU als bisher zugesagt.

31.01.2016
Anzeige