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Politik im Rest der Welt Harte Bandagen gegen Greenpeace
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23:28 26.09.2013
Im Gefangenenbus kamen Greenpeace-Aktivisten zum Gericht.

Russland greift durch: Nach dem Greenpeace-Protest in der Arktis hat ein Gericht mindestens neun der 30 Greenpeace-Aktivisten wegen ihres Protests gegen Ölbohrungen in der Arktis in Untersuchungshaft genommen. Demnach müssen der Kapitän des Aktionsschiffs „Arctic Sunrise“, der US-Amerikaner Peter Wilcox, zwei Russen, zwei Neuseeländer sowie je ein Kanadier, Pole, Brite und Franzose mindestens zwei Monate hinter Gittern bleiben. Das Gericht in der nordrussischen Stadt Murmansk begründete die Entscheidungen mit Fluchtgefahr. Im Falle eines Schweden verschob einer der insgesamt sechs Richter in dem Massenverfahren die Entscheidung zunächst um drei Tage. Die Justiz ermittelt gegen die Umweltschützer wegen bandenmäßiger Piraterie. Darauf stehen bis zu 15 Jahre Haft.

Einer der Inhaftierten, Denis Sinjakow, ist ein bekannter russischer Pressefotograf. Er war von Greenpeace angeheuert worden, um die Fahrt der „Arctic Sunrise“ zu dokumentieren. „Das kriminelle Vergehen, dessen ich beschuldigt bin, heißt Journalismus. Ich werde das weiterhin tun“, sagte Sinjakow. In Moskau wollten Umweltschützer und Kremlgegner insbesondere für seine Freilassung demonstrieren.

Greenpeace weist die Vorwürfe zurück. „Die russischen Behörden versuchen, Menschen abzuschrecken, die sich gegen die Ölindustrie in der Arktis stellen, aber diese unverhohlene Einschüchterung wird keinen Erfolg haben“, teilte Greenpeace-Direktor Kumi Naidoo mit.

„Sie haben geplant, die Ölplattform zu besetzen mit dem Ziel, die Kontrolle darüber zu erlangen“, warf ein namentlich nicht genannter Ermittler in Murmansk den Umweltschützern vor. Greenpeace hingegen betont, die Aktivisten hätten friedlich und aus Protest gegen Ölbohrungen in der Arktis ein Transparent an der Plattform des Staatskonzerns Gazprom in der Petschorasee anbringen wollen.

Die Aktivisten wurden in Handschellen in den Saal geführt, wie die Organisation über Twitter mitteilte. Dort mussten sie — wie in Russland üblich — in einem Gitterkäfig die Verhandlung verfolgen. Greenpeace sprach von einem historischen Prozess. Das Staatsfernsehen übertrug zum Teil live aus dem Gerichtssaal.

LN

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