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Politik im Rest der Welt Hitzesommer setzt den Alpengletschern zu
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06:45 27.08.2018
Der Große Aletschgletscher hat seit Beginn der Messungen 1870 insgesamt mehr als 3000 Meter an Länge verloren. Quelle: Walter Bieri/keystone
Zürich

Der Hitzesommer hat den Alpengletschern stark zugesetzt. „Es gibt schon Anzeichen, dass der Sommer sehr schmelzintensiv war“, sagte der Schweizer Glaziologe Andreas Bauder der Deutschen Presse-Agentur.

„Viele Gletscher sind in den vergangenen Monaten bereits komplett ausgeapert.“ Das bedeutet, dass der Winterschnee auf der gesamten Gletscherfläche wegtaute. Das sei doppelt problematisch: Zum einen reflektiert der hellere Winterschnee die Sonne besser und schützt die darunter liegenden dunkleren Eisschichten vor Sonneneinstrahlung, erklärte Bauder. Zum anderen ist Winterschnee nötig, damit die Gletscher Rücklagen bilden können. Winterschnee, der den Sommer überdauert, wird über Jahre kompakter und schließlich zu Gletschereis.

„Der Sommer dauert ja auch noch an“, sagte Bauder. Seine Universität, die ETH Zürich, betreibt mit anderen das schweizerische Gletschermessnetz Glamos. „Wenn die Witterung so bleibt, ist mit noch höheren Schmelzbeträgen zu rechnen.“ Glamos führt die Messungen jeweils erst am Ende der Schmelzsaison im September durch. Die Veröffentlichung der Resultate ist für Oktober geplant.

Die meisten Alpengletscher gehen seit Jahren zurück. „Und viele haben in den vergangenen Jahren wiederholt stark gelitten“, so Bauder. Der flächenmäßig größte und längste Gletscher der Alpen, der Große Aletschgletscher, hat seit Beginn der Messungen 1870 insgesamt mehr als 3000 Meter an Länge verloren. Über die letzten 20 Jahre hat der Gletscher im Mittel jedes Jahr rund 50 Meter an Länge eingebüßt.

Nicht alle Gletscher reagieren gleich auf die klimatischen Bedingungen, wie Bauder erklärt. Wie stark ein Gletscher schrumpfe, hänge unter anderem von Länge, Eisdicke und Neigungswinkel ab. Im vergangenen Jahr allerdings gingen praktisch alle der rund 100 in der Schweiz vermessenen Gletscherzungen zurück.

dpa

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