Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Politik im Rest der Welt Hunderte AfD-Gegner demonstrieren in Großstädten
Nachrichten Politik Politik im Rest der Welt Hunderte AfD-Gegner demonstrieren in Großstädten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:42 25.09.2017
Angela Merkel bezeichnete den Einzug der AfD ins Parlament als große Aufgabe. Die Union wolle die Wähler zurückgewinnen. Quelle: Jörg Carstensen
Anzeige
Berlin

Hunderte Menschen haben nach der Bundestagswahl in mehreren Großstädten gegen die rechtsnationale AfD protestiert. Die Partei zieht vorläufigen Hochrechnungen zufolge mit mehr als 13 Prozent der Stimmen als drittstärkste Kraft erstmals in den Bundestag ein.

Vor dem Gebäude der AfD-Wahlparty am Alexanderplatz in Berlin versammelten sich rund 1000 Menschen. Sie versuchten mit lauten Pfiffen die Veranstaltung zu stören und riefen Parolen wie „Haut ab, haut ab“ und „AfD - Rassistenpack“.

Trotz eines Flaschenwurfs wurde die Lage von der Polizei insgesamt als eher friedlich eingeschätzt. Eine Frau sei nach einem Eierwurf aus der Menge gezogen und in Gewahrsam genommen worden, sagte ein Sprecher. Zudem habe es einen Zwischenfall mit einem Taxi gegeben: Es gebe die Aussage, dass Demonstranten das Fahrzeug bei der Wegffahrt behindert hätten. Von einem Fotograf hieß es bei Twitter, das Taxi sei auf die Demonstranten zugefahren. Dies war der Polizei zunächst nicht bekannt.

Zu einer Spontandemo kamen mehrere Hundert Protestierende in Leipzig zusammen. Die Ergebnisse der Rechtspopulisten machten deutlich, dass ihre Partei und die außerparlamentarische Linke vor einer „großen Aufgabe“ stünden, sagte die Linken-Landtagsabgeordnete, Juliane Nagel. Die AfD hatte in Sachsen besonders viele Stimmen gesammelt. Dort sowie in Thüringen und Sachsen-Anhalt lag die Partei rund zehn Prozentpunkte über ihrem bundesweiten Ergebnis.

Auch in Köln, Hamburg und Frankfurt kamen Menschen zu Anti-AfD-Kundgebungen zusammen. In der Main-Metropole zogen nach Angaben der Polizei rund 800 Menschen durch die Innenstadt. Zu Zwischenfällen kam es nicht. In Köln waren es 400 Anti-AfD-Demonstranten, die einen angemeldeten Protestzug durch die Innenstadt veranstalteten. Auch hier blieb es friedlich. Ebensoviele Demonstranten waren es in Hamburg.

Im Internet äußerten zahlreiche Menschen auf Twitter ihren Unmut über das starke Ergebnis der rechten Partei: Der Hashtag #fckafd tauchte in den Twitter-Trends zeitweise unter den ersten fünf Plätzen auf. Unter #87Prozent äußerten sich diejenigen, die sich selbst zu den 87 Prozent der Wähler zählten, die nicht die AfD gewählt haben.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Hunderte Menschen haben nach der Bundestagswahl in mehreren Großstädten gegen die rechtsnationale AfD protestiert.

25.09.2017

Mit Sorge blicken die internationalen Medien auf den Einzug der AfD in den deutschen Bundestag. Lesen sie hier, wie das weltweite Presse-Echo zur deutschen Bundestagswahl ausfällt.

24.09.2017

Kanzlerin Angela Merkel sieht für die bevorstehenden Koalitionsverhandlungen trotz aller Schwierigkeiten keine unüberwindbaren Hürden.

24.09.2017
Anzeige