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Politik im Rest der Welt IS ruft zum „Aufstand“ gegen Erdogan auf
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23:10 18.08.2015
Präsident Recep Tayyip Erdogan. Quelle: dpa
Istanbul

Die Dschihadisten-Miliz Islamischer Staat hat die Türken zum Aufstand gegen Präsident Recep Tayyip Erdogan aufgerufen. Der „Teufel Erdogan“ habe die Türkei an die PKK-Kurdenrebellen und die USA verkauft, heißt es in einem im Internet verbreiteten Video. In dem sieben Minuten langen Clip sind drei IS-Kämpfer mit Schnellfeuergewehren zu sehen.

Einer der Dschihadisten wirft in türkischer Sprache dem Präsidenten und der türkischen Republik vor, den Islam verraten zu haben.

Laut türkischen Medienberichten ist es das erste IS-Video, in dem die Miliz direkt zu Aktionen gegen die Türkei aufruft. Der IS-Kämpfer in dem Film spricht von der „Eroberung Istanbuls“ und appelliert an die Türken, sie sollten um ihres eigenen Seelenheils willen „gegen die Freunde des Teufels kämpfen“ und dem IS-Kalifat helfen.

Die Türkei hatte in den vergangenen Wochen den USA die Erlaubnis zur Nutzung türkischer Luftwaffenstützpunkte für Angriffe auf den IS erlaubt und eine groß angelegte Offensive gegen die Extremisten angekündigt. Zugleich bemüht sich Ankara intensiver, den Zustrom ausländischer Kämpfer über die Türkei zum IS zu stoppen. Ein IS-Unterstützer hatte am 20. Juli bei einem Selbstmordanschlag in der türkischen Stadt Suruc nahe der Grenze zu Syrien mehr als 30 Menschen getötet.

Die Türkei hat nach eigenen Angaben seit Jahresbeginn mehr als 700 „ausländische Kämpfer“ ausgewiesen, die sich offenbar im Nachbarland Syrien den Dschihadisten anschließen wollten. Dies bedeute einen deutlichen Anstieg gegenüber dem vergangenen Jahr, als insgesamt 520 mutmaßliche Dschihadisten am Übertritt der Grenze zu Syrien gehindert worden seien, sagte Regierungssprecher Cemalettin Hasimi bei einem Besuch in Paris. Seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien 2011 seien 1800 ausländische Kämpfer daran gehindert worden, sich den Aufständischen im Nachbarland anzuschließen.

Die westlichen Partner werfen der Türkei seit langem vor, die Augen vor der Überquerung der Grenze durch Dschihadisten zu verschließen. Kritiker beschuldigen die Regierung in Ankara zudem, neben anderen islamistischen Rebellengruppen auch die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) im Kampf gegen den syrischen Machthaber Baschar al-Assad zu unterstützen. Ankara bestreitet dies. Vor einer Woche meldeten die Behörden die Festnahme von mindestens einem Dutzend mutmaßlichen IS-Mitgliedern bei koordinierten Razzien im Land.

Im Juli erlaubte die Türkei den USA, die türkische Luftwaffenbasis Incirlik für Angriffe in Syrien zu nutzen, und flog zudem selbst erstmals Angriffe auf IS-Stellungen. Allerdings blieb es bei drei Angriffen. Jetzt sagte ein türkischer Außenamtsvertreter, die USA hätten um die Aussetzung der Angriffe gebeten, um sie mit den eigenen Einsätzen koordinieren zu können. Nach einer Pause würden die Angriffe gemeinsam fortgesetzt.

LN

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