Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Politik im Rest der Welt Immer mehr Afghanen entziehen sich der Abschiebung
Nachrichten Politik Politik im Rest der Welt Immer mehr Afghanen entziehen sich der Abschiebung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:07 01.03.2017
Abschiebung (Symbolbild). Quelle: dpa
Anzeige
Berlin

Insgesamt registrierte Bayern in den drei Flugzeugen, die Mitte Dezember, Ende Januar und vor einer Woche nach Kabul flogen, statt geplanten 150 nur 78 afghanische Männer. Letztlich hätten mehr Bundespolizisten als Ausreisepflichtige in den Maschinen gesessen.

„Wenn ein abgelehnter Asylbewerber, der ausreisepflichtig ist, glaubt, sich durch Untertauchen der Abschiebung entziehen zu können, dann irrt er. Untergetauchte werden umgehend zur Festnahme ausgeschrieben, in Abschiebehaft genommen und sind dann im nächsten Flieger mit dabei“, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann dem RND.

Der CSU-Politiker kritisierte die Abschiebepraxis anderer Bundesländer: „Pauschale Abschiebestopps ohne Einzelfallbetrachtung für alle Afghanen ohne Bleiberecht, wie etwa in Schleswig-Holstein, konterkarieren unsere Rechtsordnung. Wer so handelt, setzt bewusst unser deutsches Asylrecht außer Kraft.“

Die meisten der Afghanen, die den bisherigen Sammelabschiebungen entgingen, tauchten nach Behördenangaben entweder unmittelbar vor der Abschiebung unter oder legten ein ärztliches Attest vor, das ihnen bescheinigte, nicht reisefähig zu sein. Andere wandten den sogenannten Taliban-Trick an, gaben sich als ehemaliger Terror-Kämpfer aus und zogen es vor, festgenommen und verurteilt zu werden.

Bayern äußerte außerdem Kritik an Flüchtlingsorganisationen wie dem Bayerischen Flüchtlingsrat, die in sozialen Netzwerken „Warnhinweise“ und praktische Tipps gäben, wie sich Betroffene den Abschiebungen erfolgreich entziehen könnten.

Von RND

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

In der Bevölkerung gibt es ein tiefes Bedürfnis nach verständlichen – nicht einfachen – Antworten der Politik. Langsam reagieren die Parteien darauf. Plötzlich interessieren sie sich für das Lebensgefühl der Bürger. Mehr davon! Ein Kommentar von Dieter Wonka.

01.03.2017

Schlappe für Premierministerin Theresa May: Das britische Oberhaus fordert von der Regierung, dass sie für die Zeit nach dem Brexit die Rechte von EU-Bürgern in Großbritannien garantiert.

01.03.2017

Auf seiner ersten Reise als Außenminister nach Osteuropa sagt Sigmar Gabriel den Balten Solidarität zu - und gibt Interpretationshilfe

01.03.2017
Anzeige