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Politik im Rest der Welt Immer mehr Frauen in Deutschland ohne Kinder
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09:30 08.11.2013
 Immer mehr Frauen bleiben kinderlos. Quelle: fotolia
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Berlin

Die deutschen Frauen bleiben immer häufiger kinderlos. Zu diesem Ergebnis kommt das Statistische Bundesamt in seiner Untersuchung „Geburtentrends und Familiensituation in Deutschland“. „Nach Angaben des Mikrozensus 2012 haben 22 von 100 Frauen im Alter zwischen 40 und 44 Jahren kein Kind geboren“, sagte Roderich Egeler, Präsident des Statistischen Bundesamts, gestern bei der Präsentation der Zahlen in Berlin. 2008 waren es noch 20 Prozent, um 1990 nur zwölf Prozent.

Dabei gibt es gravierende Unterschiede zwischen Ost und West, die sich allerdings immer mehr angleichen. Im früheren Bundesgebiet liegt die Quote mit 23 Prozent deutlich höher als in den neuen Ländern (15 Prozent). Jedoch stieg die Quote im Osten in den vergangenen fünf Jahren um fünf Prozentpunkte, im Westen dagegen nur um einen Prozentpunkt.

Am höchsten liegt die Kinderlosenquote allerdings in den Stadtstaaten. So ist in Hamburg jede dritte Frau über 40 Jahren kinderlos. Am niedrigsten ist die Quote in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern mit jeweils 14 Prozent. Den größten Anstieg verzeichnete Sachsen, wo die Kinderlosenquote zwischen 2008 und 2012 von zehn auf 16 Prozent stieg. Während Hessen mit 22 Prozent im Bundesdurchschnitt liegt, ist die Quote in Niedersachsen (23 Prozent) und Schleswig-Holstein (25 Prozent) überdurchschnittlich.

„Das Ausmaß der Kinderlosigkeit ist für das niedrige Geburtenniveau in Deutschland bestimmend“, sagte Roderich Egeler, Präsident des Statistischen Bundesamts, gestern bei der Präsentation der Zahlen in Berlin. So wurden im vergangenen Jahr 673 500 Kinder geboren. 1964, im geburtenstärksten Jahr, waren es rund 1,4 Millionen gewesen. Seit Anfang der 1990er Jahre geht die Anzahl der Neugeborenen kontinuierlich zurück und wird sich bis 2020 auf dem momentanen Niveau und einer Geburtenrate von 1,4 Kindern pro Frau stabilisieren. „Nach 2020 werden jedoch die viel schwächer besetzten Jahrgänge die wichtigste Gruppe der potenziellen Mütter stellen. Für eine stabile Geburtenzahl wäre dann eine höhere jährliche Geburtenrate von mindestens 1,6 notwendig“, prognostiziert Egeler.

Stephan Henke

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